Stand: 29.07.2020 20:10 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Werkvertrags-Verbot: Viel Kritik aus Niedersachsen

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In der Fleischindustrie sollen Werkverträge künftig verboten werden. (Themenbild)

Der am Mittwoch vorgelegte Gesetzentwurf des Bundeskabinetts zum Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie stößt in Niedersachsen auf massiven Widerstand. Heftig kritisiert wird der Beschluss unter anderem vom Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel, Günter Wigbers (CDU). Der Gesetzentwurf habe die Qualität, der Landwirtschaft endgültig den Garaus zu machen, sagte Wigbers NDR 1 Niedersachsen.

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04:09
Hallo Niedersachsen

Fleischindustrie kritisiert Werkvertrags-Verbot

29.06.2020 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Nach dem von der Bundesregierung beschlossenen Aus für Werkverträge übt die Fleischindustrie massive Kritik. Das Verbot komme zur Unzeit, so NGW-Präsident Friedrich-Otto Ripke. Video (04:09 min)

Geflügelwirtschaft lehnt Gesetzentwurf ab

Auch der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) ist von dem Beschluss aus Berlin entsetzt. "Was da beschlossen wurde, darf wirklich nicht wahr sein", sagte ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es soll viel mehr verboten werden als nur der Einsatz von Werkverträgen. Die Regierung setzt die Fleischproduktion in Deutschland aufs Spiel." Gerade in den Sommermonaten brauche es mehr Angestellte, so Ripke gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Von daher hätte er auf einen flächendeckenden Tarifvertrag gehofft und eine Quote für Leiharbeiter besser gefunden. Um mit dem geplanten Gesetz die hohe Qualität in Deutschland und das Tierwohl zu gewährleisten, werde der Preis für Fleisch steigen, betonte Ripke.

Kommentar
NDR Info

Fleischbranche braucht klare Regeln

29.07.2020 18:30 Uhr
NDR Info

Ab nächstem Jahr sollen laut Gesetzentwurf des Bundeskabinetts in der deutschen Fleischindustrie keine Werkverträge mehr abgeschlossen werden dürfen. Claudia Plaß kommentiert. mehr

Zustimmung von Gewerkschaft NGG

Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Oldenburg/Ostfriesland, Matthias Brümmer, befürwortet dagegen den Beschluss des Bundeskabinetts. Es sei Zeit gewesen, dass endlich etwas passiere, sagte er. Die Gewerkschaft hoffe nun, dass das Parlament den Gesetzentwurf eins zu eins übernimmt. Der Beschluss sieht vor, dass in größeren Betrieben der Branche vom kommenden Jahr an beim Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten von Fleisch keine Werkvertrags- und Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Ausgenommen sind lediglich Fleischerhandwerksbetriebe mit maximal 49 Mitarbeitern. Damit sich die Lage für die Beschäftigten verbessert, soll außerdem die Arbeitszeit verpflichtend elektronisch erfasst werden. Dem Gesetzentwurf müssen noch der Bundestag und der Bundesrat zustimmen.

Weitere Informationen

Pflicht für Fleischbranche: Tests alle zehn Tage

29.07.2020 12:00 Uhr

Ab sofort müssen Beschäftigte in Schlacht- und Zerlegebetrieben alle zehn Tage auf Corona getestet werden. Das Bundeskabinett brachte zudem ein Verbot von Werkverträgen auf den Weg. mehr

Vion: Keine Werkverträge mehr in Schlachthöfen

27.07.2020 10:30 Uhr

Der Fleischverarbeiter Vion will alle Mitarbeiter bald direkt anstellen - und auf Werkverträge verzichten. Das Unternehmen betreibt unter anderen den Schlachthof in Bad Bramstedt. mehr

Bringt Werkvertrags-Verbot höhere Fleisch-Preise?

25.07.2020 08:30 Uhr

Wenn Leiharbeit und Werkverträge an Schlachthöfen verboten werden, könnten die Verbraucherpreise steigen, warnt die Fleischwirtschaft. Sie hält das Gesetz für verfassungswidrig. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.07.2020 | 12:00 Uhr

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