Wenige Vorfälle: Niedersachsen startet ruhig ins neue Jahr

Stand: 01.01.2021 17:52 Uhr

Die Menschen in Niedersachsen haben den Jahreswechsel weitgehend ruhig verbracht - und die Corona-Regeln befolgt. Die Polizei zieht eine positive Bilanz der Silvesternacht.

"Es war sehr ruhig", sagte Natalia Shapovalova, Sprecherin der Polizeidirektion Hannover, am Morgen zu NDR.de. "Wir möchten uns bedanken, dass sich alle zurückgehalten und das Jahr vergleichsweise besonnen begonnen haben.“ Auch in Göttingen, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg, im Heidekreis und vielen anderen Städten und Landkreisen meldete die Polizei deutlich weniger Einsätze als in den Vorjahren.

Illumination in Hannover zieht Menschen an

In der Landeshauptstadt habe die Polizei nur vereinzelt Verstöße gegen die Corona-Auflagen und das sogenannte Böllerverbot festgestellt, sagte Schapovalova. Zur Illumination des Heizkraftwerks im Stadtteil Linden um Mitternacht hätten sich bis zu 100 Personen versammelt, ebenso am Nordufer des Maschsees und rund 300 auf dem Küchengartenplatz. "Alle waren einsichtig", so die Sprecherin.

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Junger Mann in Hilter verliert mehrere Finger

Im Landkreis Osnabrück mussten Feuerwehr und Polizei unterdessen zu einem größeren Einsatz mit drei Verletzten ausrücken. Die Männer im Alter von 20, 21 und 26 Jahren hatten in Hilter am Teutoburger Wald mit Chemikalien hantiert, um einen Knallkörper zu bauen. Beim Vermischen der Substanzen kam es der Polizei zufolge zu einer Detonation. Die Männer wurden durch die Druckwelle, umherfliegende Splitter und die Hitzeeinwirkung verletzt. Der 21-Jährige schwebte vorübergehend in Lebensgefahr. Laut Polizei verlor er mehrere Finger und erlitt weitere schwere Verletzungen. Durch die Detonation wurden laut Feuerwehr das Dach des Hauses angehoben und eine Wand versetzt. Das Haus wurde untersucht, noch am Neujahrstag aber wieder für die Bewohner freigegeben. Der Schaden sei erheblich, Einsturzgefahr bestehe aber nicht, teilte die Polizei mit. "Die Ermittlungen zu den weiteren Hintergründen der Tat dauern an", hieß es. Die drei Beteiligten könnten zurzeit noch nicht vernommen werden.

Party mit 18 jungen Menschen in Oldenburg

In Oldenburg hat die Polizei eine Silvesterparty mit 18 Feiernden beendet. Die Wohnungstür wurde zwangsweise geöffnet, weil niemand auf Klopfen und Klingeln der Einsatzkräfte reagierte, wie ein Behördensprecher mitteilte. Die Partygäste im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zeigten sich demnach uneinsichtig. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

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In der Grafschaft Bentheim zählte die Polizei in der Nacht 70 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen. In dem Landkreis an der niederländischen Grenze dürfen Häuser und Grundstücke zwischen 21 und 5 Uhr derzeit nur noch aus beruflichen oder medizinischen Gründen verlassen werden - die Grafschaft ist der einzige Kreis in Niedersachsen, der aktuell derart scharfe Regeln hat, weil die Corona-Werte höher als im Durchschnitt sind.

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Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 01.01.2021 | 12:00 Uhr

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