Stand: 23.04.2019 16:31 Uhr

Weiter hohe Waldbrandgefahr in Niedersachsen

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Unter anderem im Naturschutzgebiet Gildehauser Venn (Grafschaft Bentheim) war ein Brand ausgebrochen.

Das schöne Wetter der vergangenen Tage hat seine Schattenseiten. Die stabile Großwetterlage mit strahlend blauem Himmel hat dafür gesorgt, dass vor allem der Nordosten stark ausgetrocknet ist. Die Waldbrandgefahr ist dadurch in einigen Regionen des Landes weiterhin sehr hoch. Für Lüchow gilt noch bis Mittwoch laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die höchste Gefahrenstufe 5. In Faßberg, Wittingen-Vorhop, Bergen und Celle schwankt die Gefahrenstufe bis Donnerstag zwischen 4 und 5. Es sollten keine Zigaretten weggeworfen werden und auch Glasflaschen können Brände verursachen, warnt der DWD. Im Nationalpark Harz gilt bis Ende Oktober ein Rauchverbot.

Moorbrand erneut entfacht

Auch in einem Wald- und Moorgebiet zwischen Vechta und Goldenstedt hat es über Ostern gebrannt. Das Feuer wurde am Dienstagvormittag erneut entfacht. Darüber hinaus gilt im Emsland ab Mittwoch eine neue Waldbrandverordnung. Besucher von Wäldern, Mooren und Heidegebieten dürfen die befestigten Wege nicht verlassen, nicht rauchen und kein Feuer anzünden. Verstöße werden mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet.

Borkenkäfer kann sich häufiger vermehren

Auch in einem Wald- und Moorgebiet zwischen Vechta und Goldenstedt hat es gebrannt. Das Feuer wurde am Dienstagvormittag erneut angefacht. Bei den sommerlichen Temperaturen im April denken gerade Landwirte und Förster an den viel zu heißen und trockenen Sommer des vergangenen Jahres. So sagte der Sprecher des Forstamts Nienburg, Rainer Städing, er sei sehr beunruhigt. So ein trockenes Frühjahr noch bevor alle Pflanzen ihre Blätter haben, sei im Hinblick auf das Waldbrandrisiko sehr gefährlich. Bei diesem Wetter litten die Bäume. Zeitgleich könne sich der Borkenkäfer drei- bis viermal vermehren statt wie sonst nur zweimal pro Jahr. Üblicherweise sei jetzt die Zeit, in der im Boden der Wasserhaushalt aufgefüllt wird, damit die Bäume gut über den trockenen Sommer kommen, so Städing. Auch den Landwirten macht das warme Frühjahr zu schaffen, so Landvolksprecherin Gabi von der Brelie. Raps und Getreide könnten in Trockenstress geraten und dadurch weniger Samen produzieren.

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Der Waldbrandgefahrenindex des DWD

Der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes beschreibt das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand. extern

Feuerwehren in erhöhter Alarmbereitschaft

Im Landkreis Celle sind die Feuerwehren bereits in erhöhter Alarmbereitschaft, sagte Kreisbrandmeister Volker Prüsse. Bei der höchsten Waldbrandwarnstufe alarmiere man lieber ein paar Fahrzeuge zu viel als zu wenig. Generell bittet der Kreisbrandmeister jeden, offenes Feuer im Wald oder an Feldern zu vermeiden. In den meisten Teilen Niedersachsens gelten noch bis Sonnabend mit Ausnahme weniger Gebiete die Warnstufen 2 bis 3, was eine mittlere Gefahr für Waldbrände bedeutet.

Waldbrandzentrale überwacht Wald mit Kameras

Die starke Trockenheit sei auch eine Spätfolge des Rekordsommers 2018, sagte DWD-Sprecherin Corinna Schube. Es habe einfach noch immer nicht genug geregnet, um das Wasserdefizit aus dem vergangenen Jahr auszugleichen. Der ausgetrocknete Boden und wenig Regen seien die Hauptgründe für die hohe Waldbrandgefahr. In der Waldbrandzentrale Lüneburg, zuständig für den Nordosten Niedersachsens, seien die Mitarbeiter in erhöhter Alarmbereitschaft, sagte ein Sprecher. Mit Kameras werden dort rund 900 Hektar Wald überwacht. In Niedersachsen und auch in Mecklenburg-Vorpommern waren wegen der Trockenheit mehrere Osterfeuer abgesagt worden.

Neue Karten für die Feuerwehren

Das Land Niedersachsen hat unterdessen die Waldbrandeinsatzkarten für die mittel- und hochwaldbrandgefährdeten Bereiche in Niedersachsen aktualisiert. Die Karten für Feuerwehren enthalten unter anderem Informationen zur Befahrbarkeit von Wegen und Wasserentnahmestellen, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch. In Kombination mit 17 landesweiten Kameras sollen so Waldbrände nicht nur schnell identifiziert, sondern auch vom Boden aus schnellstmöglich erreicht und erfolgreich bekämpft werden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.04.2019 | 17:00 Uhr

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