Weil nach Impfgipfel: Erstes Quartal bleibt ruckelig

Stand: 01.02.2021 22:27 Uhr

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) rechnet damit, dass sich die Lage im zweiten Quartal stabilisiert. Neben Bund, Ländern und EU-Kommission nahmen auch Pharmafirmen am Impfgipfel teil.

Der Austausch mit der Industrie sei sehr sinnvoll gewesen, sagte Weil im Anschluss an den Gipfel. Die Probleme der Pharmaunternehmen bei der Produktion der Impfstoffe seien zum jetzigen Zeitpunkt nachvollziehbar. Die Planungen seien "auf Kante genäht". In dieser Phase der hochlaufenden Produktion könnten Risiken und Schwankungen bei den Lieferungen nicht ausgeschlossen werden, so der Ministerpräsident. Daher müsse man weiter damit rechnen, dass es im ersten Quartal beim Impfen etwas ruckelig bleiben könne. Es werde jetzt aber großer Wert darauf gelegt, dass die Produktion der Impfstoffmengen systematisch hochgefahren wird. "Das ist uns zugesichert worden", betonte er. Im zweiten Quartal werde die Situation dann deutlich stabiler. Für das Ende des dritten Quartals geht Weil weiter davon aus, dass allen Impfwilligen dann auch ein Impfangebot gemacht werden könne.

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Ministerpräsident Stephan Weil nach dem Impfgipfel. © NDR
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Durchimpfung der Gesellschaft: Ein "gewaltiges Vorhaben"

Bund und Länder wollen weiter eine gemeinsame, fortlaufende Impfplanung erarbeiten. Es werde auch damit gerechnet, dass weitere Impfstoffe zugelassen werden, sagte der Ministerpräsident. "Vor diesem Hintergrund sind wir gut beraten, in den nächsten Wochen nicht nervös zu werden, wenn immer wieder das eine oder andere Problem auftritt." Eine ganze Gesellschaft innerhalb weniger Monate zu impfen, sei ein gewaltiges Vorhaben, das es so noch nicht gegeben habe.

Bundesländer fordern mehr Verlässlichkeit

Die 16 Bundesländer hatten vor dem Impfgipfel mehr Verlässlichkeit gefordert. Wenn Pläne angekündigt und dann immer wieder verändert werden, erschwere das den Ländern und Kommunen die Arbeit. Zudem würden Bürger verunsichert, hatte Weil im Vorfeld gesagt. Wegen des schleppenden Impfstarts ist in Niedersachsen Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) in die Kritik geraten. Die FDP forderte ihren Rücktritt. Das sei kein Thema, sagte Weil am Montagabend.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.02.2021 | 19:00 Uhr

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