Stand: 28.11.2019 20:44 Uhr

Weil hakt Nationalen Bildungsrat noch nicht ab

Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen (SPD), spricht während eines Interviews. © dpa - picture alliance Foto: Peter Steffen
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will einem Nationalen Bildungsrat eine Chance geben.

Trotz der Absagen der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg will Niedersachsen den Nationalen Bildungsrat nicht abschreiben. "Wir sollten dem Nationalen Bildungsrat eine Chance geben", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag in Hannover. "Ich finde es falsch, eine Diskussion aus Zuständigkeitsgründen zu verweigern. Allerdings muss ein neues Gremium auch einen Mehrwert versprechen." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die Ablehnung des Freistaates damit begründet, dass die Idee "ein Widerspruch zu der föderalen Bildungsverfassung" sei. Auch Baden-Württemberg hatte bereits am Wochenende erklärt, sich nicht an dem Gremium zu beteiligen.

Wulf widerspricht Weil

Innerhalb der Großen Koalition in Niedersachsen gibt es zu dem Thema aber offenbar keine einheitliche Linie. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Mareike Wulf zeigte keine Verständnis für die Position Niedersachsens: "Es ist nicht zielführend, an einem Gremium festzuhalten, das nicht von allen Bundesländern unterstützt wird", sagte sie. Mit Blick auf die Vergleichbarkeit des Abiturs sei es aber zwingend erforderlich, dass alle Länder bei dem Bildungsrat mitmachten. Die Kultusministerkonferenz sollte nun genau prüfen, wie man zu dieser Vergleichbarkeit komme.

Gremium soll Empfehlungen zu Bildung geben

CDU, CSU und SPD im Bund wollen mit dem geplanten Rat - einem Expertengremium aus Bund und Ländern - aber Empfehlungen zu viel diskutierten Bildungsthemen aussprechen, etwa zur Vergleichbarkeit des Abiturs oder zur Erleichterung von Umzügen von einem Bundesland in ein anderes. Bildung ist in Deutschland überwiegend Ländersache.

Jederzeit zum Nachhören
Das Rathaus am Maschsee. © NDR Foto: Julius Matuschik
10 Min

Nachrichten aus dem Studio Hannover

Was in Ihrer Region wichtig ist, hören Sie in dem Mitschnitt der 17:00 Uhr Regional-Nachrichten auf NDR 1 Niedersachsen. 10 Min

Weitere Informationen
Schriftzug "Bildung" steht über einer Brille © photocase Foto: David-W-

Kritik an Ausstieg aus Nationalem Bildungsrat

Der geplante Nationale Bildungsrat sollte dafür sorgen, das Bildungsniveau der Länder anzugleichen. Doch Bayern und Baden-Württemberg wollen nicht mehr mitmachen. Aus dem Norden kommt Kritik. (24.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.11.2019 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Eine Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Boden vor dem Rathaus. © dpa - Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Kontakte reduzieren: Weil appelliert an alle Niedersachsen

Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs haben neue Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. mehr

Ein Mitarbeiter der Johanniter nimmt einen Rachenabstrich von einer Frau. © picture alliance Foto: Moritz Frankenberg

KVN: 400 Schwerpunktpraxen für Corona-Tests im Land

Die Anzahl wurde um 170 Praxen erhöht. Vor allem der bürokratische Aufwand der Tests sorgt für Kritik von Medizinern. mehr

Die bunten Figuren "Nanas" der Künstlerin Niki de Saint Phalle © HMTG

Niki de Saint Phalle: Schöpferin der Nanas wäre 90 Jahre alt

Die französische Künstlerin wurde am 29. Oktober 1930 geboren. Drei ihrer berühmten, bunten Nanas stehen im Hannover. mehr

Blick auf das VW-Verwaltungsgebäude in Wolfsburg. © picture alliance Foto: Sina Schuldt

Nach Corona-Einbruch: Volkswagen macht Boden gut

VW hat seine Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vorgelegt. Der Gewinn beläuft sich auf rund 2,3 Milliarden Euro. mehr