Stand: 09.09.2020 11:40 Uhr

Weil fordert Finanzhilfen für Auto-Zulieferer

Stephan Weil steigt aus einem Auto © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen
Niedersachsens Ministerpräsident Weil fordert in der Auto-Krise Hilfen für kleine und mittlere Zulieferer. (Themenbild)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich am Mittwoch noch einmal für kleinere und mittlere Zulieferbetriebe in der Automobilbranche stark gemacht. Am Morgen nach dem "Autogipfel" mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder (CSU), und Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne) sowie Vertreter der Autobranche und von Gewerkschaften sagte Weil dem NDR in Niedersachsen: "Wir haben es mit zwei Riesenproblemen gleichzeitig zu tun: Das eine ist der Absatz, das andere ist die Transformation zu anderen Antriebsformen und zu einer wirklich durchgreifenden Digitalisierung des gesamten Autos. Das stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen." Ein Mittelstandsfonds, den SPD, Grüne und IG Metall vorgeschlagen hatten, sei ein geeignetes Werkzeug, um die kommenden Herausforderungen finanziell zu stemmen. Dieser Vorschlag werde nun in Berlin geprüft.

Weil: Kleinere Unternehmen Rückgrat der Branche

In dem Gespräch war der Plan formuliert worden, Deutschland in Sachen autonomes Fahren zu einem Vorreiter zu machen. Geprüft werden soll auch, welche weiteren Aspekte bei den im Konjunkturpaket der Bundesregierung vorgesehenen Investitionen in die Autobranche berücksichtigt werden sollten. Im Juni war ein zusätzliches Programm über insgesamt zwei Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen der Fahrzeughersteller und der Zulieferer beschlossen worden, um Investitionen zu fördern. Das autonome Fahren setze "riesige Anstrengungen im Bereich von Forschung und Entwicklung und anschließend auch Investitionen voraus", sagte Weil. "In Wahrheit ist es so, dass das Rückgrat der deutschen Automobilindustrie viele tausend kleinere und mittlere Betriebe sind und die sind eben nicht so stark auf der Brust - die brauchen Unterstützung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.09.2020 | 08:00 Uhr

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