Hooksiel: Zahlreiche Dauercamper sind mit ihren Wohnwagen auf dem Campingplatz von Hooksiel an der Nordseeküste. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Wegen Corona: Nachfrage nach Dauercamping-Plätzen boomt

Stand: 26.04.2021 15:55 Uhr

Die Nachfrage nach Dauercampingplätzen in Niedersachsen ist aktuell hoch. Denn während "Tourismus" auf den Plätzen verboten ist, sind die Dauergäste willkommen.

Dauercamper werden - im Unterschied zu Touristen, die sich nur tages- und wochenweise auf einbuchen - wie Ferienhausbesitzer behandelt und sind deshalb aktuell auf Campingplätzen erlaubt. Allerdings: Die Campingplatzbetreiber kommen mit ihrem Angebot kaum hinterher. Dementsprechend lang sind momentan auch die Wartelisten auf die begehrten Plätze. "Wir haben Anfragen ohne Ende", so Julia Staarmann vom Verband der Campingplatzunternehmer Niedersachsen. Sie arbeitet im Ferien- und Erlebnispark Alfsee im Landkreis Osnabrück - und dort sind demnach mehr als die Hälfte der 750 Standplätze bereits ganzjährig vermietet. Dazu kämen noch Saisonstellplätze bei einer Anmietung von mindestens sechs Monaten.

Videos
Auf dem XXL-Campingplatz an der niedersächsischen Nordseeküste gibt's 1500 Stellplätze. © NDR/AZ Media
29 Min

Endlich wieder campen

Der Campingplatz in Schillig in Niedersachsen ist besonders. Wer hier wohnt und arbeitet, kann sich nichts anderes vorstellen. 29 Min

Lange Wartelisten

Gestiegen sind die Anfragen nach Ganzjahresplätzen auch im "Südsee-Camp" in Wietzendorf in der Lüneburger Heide: Ebenfalls knapp die Hälfte der 1.300 Plätze seien bereits ganzjährig gebucht, heißt es von dort. Die Gebühr für so einen Platz variiert dabei zwischen 1.800 und 2.500 Euro - plus Nebenkosten. Am Stover Strand an der Elbe sind Mitte April die 110 Saisonplätze der rund 400 Stellmöglichkeiten eröffnet und gut besucht. Auch dort ist die Warteliste lang, eine Chance für Nachrücker gibt es in diesem Sommer nicht.

Campingplatzbetreiber fordern Öffnung

Verboten ist der Tourismus auf den Plätzen wegen der Corona-Lage noch bis mindestens 9. Mai. Im vergangenen Jahr wurde im Mai langsam gelockert und eine 50-Prozent-Belegung erlaubt. Das steigerte sich bis zur erlaubten Vollauslastung der Campingplätze im Juni. Ob Niedersachsens Plätze zu Himmelfahrt oder Pfingsten für Touristen öffnen dürfen, ist bislang noch völlig unklar. Laut Bundesinfektionsschutzgesetz dürfen Campingplätze unterhalb einer Inzidenz von 100 öffnen. Der Landesverband der Campingplatzunternehmer fordert nun, dass das Land auch davon Gebrauch macht. Von Rücklagen oder Dauercampern allein könnten sich die Betreiber nicht ewig über Wasser halten.

Weitere Informationen
Impressionen vom Campen in der Natur. © no more lookism / photocase.de Foto: no more lookism / photocase.de

Frust auf dem Campingplatz: Wann können Touristen kommen?

Betreiber von Campingplätzen versuchen, sich mit den Einnahmen durch Dauercamper über Wasser zu halten. (22.04.2021) mehr

Ein Schild weist den Weg zu einem Campingplatz. © dpa-Zentralbild Foto:  Martin Schutt

Campingplätze: Urlauber und Betreiber protestieren in Berlin

Auch Betroffene aus Ostfriesland, Cuxhaven und der Wesermarsch wollen an dem Wohnmobilkorso in der Hauptstadt teilnehmen. (17.04.2021) mehr

Eine Schlange von Autos und Wohnwagen im Morgengrauen. © NDR Foto: Jutta Przygoda

Saisonauftakt: Camper stürmen Schillig

Hunderte zog es am ersten Tag der Saison auf den beliebten Campingplatz an der Nordsee. Zutritt: nur mit Corona-Test. (26.03.2021) mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Leere Stühle stehen in einem Impfzentrum. © picture alliance/KEYSTONE/PETER KLAUNZER Foto: PETER KLAUNZER

Erstimpfungs-Stopp in Niedersachsen sorgt für heftige Kritik

Vorrang haben aktuell die Zweitimpfungen, Erst-Termine sollen im Juni wieder anlaufen. Für die Grünen ein Skandal. mehr