Stand: 05.09.2020 12:54 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wegen Corona: Dehoga fordert Heizpilz-Zulassung

Heizpilz. © picture alliance/imageBROKER Foto: Günter Lenz
Der niedersächsische Hotel- und Gaststättenverband fordert eine landesweite Aufhebung des Heizpilzverbots. (Themenbild)

Angesichts der Corona-Krise hat der Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen die landesweite Zulassung von Heizpilzen im Herbst und Winter gefordert. "Wir als Verband gehen davon aus, dass in diesen schwierigen Zeiten Heizpilze überall erlaubt werden", sagte Dehoga-Geschäftsführerin Renate Mitulla der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Genehmigungen seien von Stadt zu Stadt unterschiedlich, vielerorts - wie etwa in Hannover und Lüneburg - sind die Wärmespender auf öffentlichen Flächen aus Umweltschutzgründen verboten. In der Corona-Pandemie sei die Verlängerung der Außengastronomiezeiten notwendig, auch wenn die Heizpilze nicht besonders umweltfreundlich seien, sagte Mitulla. Es gehe darum die Gaststätten zu unterstützen.

VIDEO: "Corona-Winter": Streit um Heizpilze für Gastronomie (2 Min)

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Sollen Heizpilze während der Corona-Pandemie wieder erlaubt werden?

Dehoga: "Viele Betriebe über die Zeit bekommen"

Der Dehoga verwies darauf, dass viele Hotels und Gastronomiebetriebe in Niedersachsen angesichts der Krise mit bangem Blick in die Zukunft schauen, die Angst vor der kalten Jahreszeit ist demnach groß. "Wir hoffen, so viele Betriebe wie möglich über die Zeit zu bekommen, da würden sie weitere Abgaben nur in neue Schulden stürzen", sagte Mitulla.

Wirtschaftsminister offen für Vorschlag

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich offen für den Vorstoß. Er schlug einen klimapolitischen Ausgleich vor. Die "bescheidenen Energiekosten" könnten klimapolitisch ausgeglichen werden. Dies bedeutet eine mögliche Kohlendioxid-Kompensation. Aus seiner Sicht helfe es der Gastronomie, wenn Gäste in den Lokalen länger draußen sitzen könnten. Auch sein niedersächsischer Parteifreund, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, ist für den Vorschlag. "Die Gastronomie hat durch die Corona-Krise erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, insofern sind alle Vorschläge, die der Branche unkompliziert helfen, erst einmal willkommen", sagte Althusmann der dpa. "Es geht schließlich um die Rettung wirtschaftlicher Existenzen."

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Unterschiedliche Reaktionen der Kommunen

Kritik an den Ideen kam von Lüneburgs Oberbürgermeister und Präsidenten des niedersächsischen Städtetages, Ulrich Mädge (SPD). Er bezeichnete Altmaiers Vorstoß als "Symbolpolitik". "Wir werden das nicht ändern, Corona rechtfertigt nicht alles", sagte der Präsident des niedersächsischen Städtetags der dpa. Die Stadt Hildesheim will dagegen das Heizpilz-Verbot für die Wintersaison kippen. "Der Betrieb von Heizpilzen ermöglicht der Gastronomie auch in der kalten Jahreszeit die Bewirtung von Gästen im Außenbereich, was nicht nur wirtschaftlich, sondern auch mit Blick auf das Infektionsrisiko von Vorteil ist", sagte Oberbürgermeister Ingo Meyer (parteilos). Er verwies darauf, dass sich auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund für eine Aussetzung des Heizpilz-Verbots ausgesprochen hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.09.2020 | 13:00 Uhr

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