Zugvögel fliegen über dem Wattenmeer. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Wattenmeer: Bohrungen nach Gas und Öl sollen verboten werden

Stand: 13.10.2021 21:48 Uhr

Die Firma ONE Dyas B.V. beabsichtigt, Erdgas aus dem Erdgasfeld N05-A in der Nordsee zu fördern. Niedersachsen will nun grundsätzlich verbieten, dass im Wattenmeer nach Öl oder Gas gebohrt wird.

Eine entsprechende Gesetzesänderung des Wattenmeergesetzes soll Anfang kommenden Jahres ins Plenum eingebracht werden, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch in Hannover. Die Novelle könne dann im kommenden Sommer beschlossen werden.

Landesregierung will "letzte Zweifel beseitigen"

"Mit dem neuen Gesetz werden wir dann auch die letzten Zweifel beseitigen. Dann steht ein für alle Mal fest: Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer wird es keine Bohrungen nach Gas oder Öl mehr geben", so Lies. Alles andere würde angesichts des Klimawandels und den Bestrebungen nach einer sauberen, klimaneutralen Energieversorgung nicht mehr in die Zeit passen. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist Teil des Unesco-Weltnaturerbes.

Die geplante Förderanlage grenzt an deutsches Hoheitsgebiet

Das niederländische Unternehmen ONE Dyas B.V. beabsichtigt nach Angaben der Regierungsfraktion von SPD und CDU, demnach eine Förder-Plattform zu errichten, auch eine Gas-Transportleitung soll neu gebaut werden. Der geplante Standort liegt den Angaben zufolge nur etwa 500 Meter von deutschen Hoheitsgewässern entfernt und rund 20 Kilometer vor Borkum. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) teilte am Mittwoch mit, dass die Errichtung einer Erdgasförderplattform auf niedersächsischem Gebiet unbedingt verhindert werden müsse. Das öffentliche Interesse an Umwelt- und Klimaschutz sei in diesem Fall höher einzuschätzen als wirtschaftliche Interessen, so Althusmann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.10.2021 | 08:00 Uhr

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