Ein Schild mit der Aufschrift: Dieser Betrieb wird bestreikt. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

Warnstreik in Braunschweig und Wolfsburg: Kitas betroffen

Stand: 13.10.2020 09:54 Uhr

Im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst ruft die Gewerkschaft ver.di erneut zu Warnstreiks in Niedersachsen auf. In Braunschweig und Wolfsburg sind heute Ausstände und Kundgebungen geplant.

Betroffen sind auch Kindertagesstätten. Allerdings sollen keine Einrichtungen komplett geschlossen bleiben, wie ver.di-Bezirkschef Sebastian Wertmüller sagte. In einigen Einrichtungen in Braunschweig und Wolfsburg werden Kinder jedoch nur eingeschränkt betreut. Die betroffenen Familien seien vorab informiert worden. Auch die Beschäftigten des Wolfsburger Klinikums sind zum Warnstreik aufgerufen, eine Notversorgung sei aber sichergestellt. Gestreikt wird laut ver.di unter anderem auch bei der Müllabfuhr in beiden Städten, in der Verwaltung und bei BS Energy. Der öffentliche Nahverkehr sei heute nicht von den Ausständen betroffen.

Kundgebung mit Politikern in Braunschweig

Auf dem Schlossplatz in Braunschweig sollen Politikerinnen und Politiker im Rahmen einer Kundgebung zu Wort kommen. Ver.di habe CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne gebeten, sich zur gewerkschaftlichen Tarifforderung vor den Streikenden zu positionieren. Zuvor hatten demnach der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller und die Linken-Bundestagsabgeordnete Pia Zimmermann zugesagt. Vor dem Rathaus in Wolfsburg sind ebenfalls Reden geplant.

Auszubildende planen Jugendaktionstag

Mit einem Jugendaktionstag will ver.di heute zudem auf die Situation der Auszubildenden im öffentlichen Dienst hinweisen. "Sowohl in Braunschweig wie auch in Wolfsburg werden sich die Azubis mit eigenen Aktionen bemerkbar machen", kündigte Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller an. Bei der Zukunft des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber gehe es ganz konkret um ihre Zukunft. Auch in anderen Städten gehen die Azubis auf die Straße - etwa in Bückeburg (Landkreis Schaumburg). Dort werden sich unter anderem die Azubis des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums beteiligen, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Wertmüller kritisiert fehlendes Angebot der Arbeitgeber

Ver.di fordert für Beschäftigte im öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn - mindestens aber 150 Euro - und 100 Euro mehr für die Auszubildenden. "Die Arbeitgeber haben es bisher noch immer nicht geschafft, wenigstens mal ein Angebot vorzulegen", sagte Wertmüller. So dürfe man mit seinen Beschäftigten nicht umgehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 13.10.2020 | 08:30 Uhr

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