Stand: 26.02.2018 12:33 Uhr

Warnstreiks in AKWs Grohnde, Unterweser und Stade

Mit einem Warnstreik verleihen Beschäftigte der Atomkraftwerke Unterweser, Grohnde und Stade ihren Forderungen im Tarifstreit Nachdruck. Über den Tag verteilt sollten rund 350 Mitarbeiter der drei Kraftwerke in Grohnde für bessere Tarifbedingungen demonstrieren, sagte Moritz Hautmann von der IG BCE am Montag. "Die Stimmung ist kämpferisch, die Kollegen stehen hinter der Forderung", betonte er. "Die Arbeitgeber haben auf stur geschaltet und ignorieren die gute wirtschaftliche Lage und die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten", kritisierte IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden. Die Sicherheit in den Anlagen des Betreibers E.ON bleibe gewährleistet.

Arbeitgeber bieten 2,1 Prozent mehr Lohn an

Die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft Energie hätten bislang Entgelterhöhungen von 2,1 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. Die Gewerkschaft fordert dagegen 5,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem solle es eine Sonderleistung für IG-BCE-Mitglieder geben. Die nächste Verhandlungsrunde ist am Dienstag in Hannover, auch dort sind laut Gewerkschaft Aktionen mit Beschäftigten aus Hamburg, Niedersachsen und Bremen geplant. In der Tarifgruppe Energie sind bestehende und frühere E.ON-Unternehmen mit rund 20.000 Beschäftigten zusammengefasst, unter anderem die Netzbetreiber Avacon und Tennet.

Das AKW Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont ist derzeit zur jährlichen Revision mit routinemäßigen Instandhaltungsarbeiten vom Netz und soll Ende 2021 stillgelegt werden. Das AKW Unterweser im Landkreis Wesermarsch ist bereits seit 2011 nicht mehr am Netz, die Anlage in Stade wurde 2003 stillgelegt und befindet sich im Rückbau.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 26.02.2018 | 07:30 Uhr

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