Eine Warnweste mit der Aufschrift "ver.di" liegt in einer leeren Straßenbahn. © picture alliance/dpa Foto: Sina Schuldt

Warnstreiks gehen weiter: Busverkehr steht erneut still

Stand: 23.03.2021 15:02 Uhr

Die Gewerkschaft ver.di hat am zweiten Tag des Warnstreiks den öffentlichen Nahverkehr in mehreren Kommunen lahmgelegt. Am Montag hatten sich mehr als 1.300 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt.

Betroffen waren am Dienstag unter anderem Salzgitter, Walsrode, Bad Harzburg, Cuxhaven und Soltau sowie die Landkreise Osterholz, Verden, Hameln-Pyrmont und Goslar sowie die Stadt- und Kreisgebiete von Helmstedt und Wolfenbüttel. Am Montag hatten laut Gewerkschaft ver.di mehr als 1.300 Beschäftigte in mehreren Städten die Arbeit niedergelegt. Hintergrund sind Tarifgespräche mit dem Arbeitgeberverband Nahverkehr.

Auch Schülerbeförderung betroffen

Wie eine Sprecherin der KVG Stade mitteilte, mussten alle Standorte mit Ausnahme der Betriebe in Cuxhaven und Soltau während der zwei Tage ihren Betrieb fast komplett einstellen. Auch Schülerbeförderungen seien betroffen, nicht aber die Impf-Shuttles.

Ver.di reicht Angebot der Arbeitgeber nicht

Hermann Hane, Verhandlungsführer für ver.di, zeigte sich mit der Beteiligung am Montag hoch zufrieden. Das Tarif-Angebot der Arbeitgeber im aktuellen Tarifstreit hingegen bezeichnete er als nicht ausreichend. Die Arbeitgeber stellen demnach 80 Cent mehr pro Stunde für drei Jahre und einen zusätzlichen Urlaubstag in Aussicht. Dies sei von dem Tarif der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Göttingen und Hannover zu weit entfernt. Für die Angestellten in größeren Städten gilt ein anderer Tarifvertrag. Der Unterschied liege bei etwa fünf Euro pro Stunde. "Die Beschäftigten im ÖPNV sind unverzichtbarer Teil der Verkehrswende. Das muss honoriert werden - auch im Portemonnaie", sagte Hane.

Ver.di sieht kein verbessertes Angebot der Arbeitgeber

Die Gewerkschaft habe erwartet, dass die Arbeitgeber nach den Streiks in der vergangenen Woche ein verbessertes Angebot für die Beschäftigten im Flächentarifvertrag Verkehrsgewerbe Niedersachsen vorlegen würden. Das sei nicht geschehen. "Leider schalten die Arbeitgeber weiter auf stur. Dass der Streik nun auch Pendler und Schulkinder trifft, liegt in ihrer Verantwortung", sagte Hane. "Wertschätzung sieht anders aus." Die nächste Verhandlungsrunde ist für Mittwoch angesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.03.2021 | 14:30 Uhr

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