Stand: 19.08.2020 15:24 Uhr

Wälder im Land stärker geschädigt als gedacht

Ein vom Borkenkäfer zerstörter Fichtenwald. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Dort steht nicht mehr viel Wald: Diese Fichten im Harz sind tot.

Borkenkäfer, Dürre, Stürme - Niedersachsens Wälder sind extremen Belastungen ausgesetzt. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium nun mitgeteilt hat, sind die dadurch entstandenen Schäden größer als bislang angenommen. In Zahlen ausgedrückt: 31.600 Hektar Wald müssen aufgeforstet werden. Im Februar war noch von einer Fläche von rund 26.000 Hektar die Rede gewesen.

In tieferen Schichten fehlt Wasser

Aktuellen Schätzungen nach sind 14,7 Millionen Kubikmeter Holz beschädigt. Die Schätzungen beruhen auf kumulierten Daten der Jahre 2018, 2019 und 2020 bis zum Stichtag 30. Juni. Vor allem Fichten in Tieflagen sind laut Ministerium betroffen. Sie seien durch Dürre und Schädlinge so geschwächt, dass sie absterben. Durch den Regen der vergangenen Woche könnte sich die Situation regional entspannt haben, in tieferen Bodenschichten fehle aber immer noch Wasser.

138 Millionen Euro für deutsche Wälder

Neben Niedersachsen sind Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Hessen besonders stark betroffen. Bundesweit müssten rund 285.000 Hektar Wald wieder aufgeforstet werden. Dafür und für weitere Maßnahmen, die den Wald fit für den Klimawandel machen sollen, haben Bund und Länder bereits Hilfen zugesagt. 138 Millionen Euro stehen demnach für 2020 zur Verfügung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.08.2020 | 18:00 Uhr

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