Stand: 21.04.2020 14:29 Uhr

WHO: Dreckige Luft tötet 600.000 Kinder jedes Jahr

Dunkler Rauch steigt aus Schornsteinen einer Industrieanlage. © Fotolia.com Foto: Rico K.
Terre des hommes fordert weltweit strengere Vorschriften zur Luftreinhaltung. (Themenbild)

600.000 Kinder unter fünf Jahren sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr weltweit an den Folgen von verschmutzter Luft. Auf diese unsichtbare Gefahr weist das Kinderhilfswerk terre des hommes mit Sitz in Osnabrück anlässlich des Tags der Erde an diesem Mittwoch hin.

Verdreckte Luft im eigenen Zuhause

Besonders betroffen seien Kinder aus armen Familien, die insbesondere in Metropolen wie dem indischen Mumbai oder Lagos in Nigeria an stark befahrenen Straßen oder in der Nähe von Fabriken, Industrieanlagen oder Flughäfen lebten. In armen Ländern sei gerade auch die Luft in Hütten oder Wohnungen extrem belastet, wenn zum Kochen Holz oder Kohle verwendet werde. "Kinder sind verpesteter Luft an Orten ausgesetzt, an denen sie sich eigentlich sicher fühlen sollen: zu Hause, in der Schule, auf Spielplätzen und auf ihren täglichen Wegen", sagte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes.

Folgen: Asthma, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Hilfswerk weist zudem auf einen Zusammenhang zwischen Armut und Luftverschmutzung hin. Während in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen mehr als 90 Prozent der Kinder verdreckte Luft einatmeten, seien in den reicheren Ländern etwa die Hälfte der Kinder giftigen Schadstoffen ausgesetzt. Die Folgen könnten Asthma, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologische Entwicklungsstörungen sein. Weil Kinder schneller atmen als Erwachsene und im Verhältnis zu ihrer Körpergröße mehr Schadstoffe aufnehmen, seien sie besonders betroffen.

Hilfswerk fordert strengere Vorschriften

"Kinder haben ein Recht auf saubere Luft", sagte Kötter. Deshalb fordert das Hilfswerk weltweit strengere Vorschriften zur Luftreinhaltung und die Abkehr von fossilen Energieträgern. Die Emissionen durch Industrie, Transport und Landwirtschaft müssten gesenkt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 21.04.2020 | 17:00 Uhr

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