Viele Senioren, wenig Impfstoff: Kreis Uelzen schlägt Alarm

Stand: 04.02.2021 07:41 Uhr

In einem "Brandbrief" an die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann (SPD) hat Landrat Heiko Blume (CDU) mehr Impfstoff für die Seniorenheime seines Landkreises gefordert.

Werde die Verteilung des Impfstoffs in der gegenwärtigen Form beibehalten - also entsprechend der Einwohnerzahl -, so dürfte dies "im Landkreis Uelzen und damit in Niedersachsen zu vermeidbaren Todesfällen führen", schreibt Blume. Hintergrund: Im Landkreis Uelzen gibt es neben dem Landkreis Nienburg/Weser niedersachsenweit die meisten Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. 233,8 Fälle waren es am Mittwoch gemäß der 7-Tage-Inzidenz.

Hängepartie in den Heimen

Weil nicht genügend Impfstoff bereitsteht, haben die mobilen Impfteams im Landkreis Uelzen nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen nicht einmal die Hälfte der 27 Heime abgearbeitet. Corona-Ausbrüche gibt es in zehn Senioren- und Pflegeheimen. 28 Menschen sind im Landkreis bereits an oder mit Corona verstorben, die meisten davon waren über 80 Jahre alt, die Hälfte der Todesfälle gab es in Senioren- und Pflegeheimen.

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Die Bevölkerungsstruktur berücksichtigen

Im Landkreis Uelzen leben mehr ältere Menschen als im Landesdurchschnitt. Deswegen reiche der Impfstoff nicht aus, um alle Heime schnell zu versorgen, so Blume. Die Infektion wurde vor allem durch entlassene Patienten in die Altenheime getragen, die aus Krankenhäusern in die Heime zurückkehrten. Auch zahlreiche Beschäftigte des Krankenhauses und aus den Pflegeheimen haben sich bereits infiziert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.02.2021 | 08:00 Uhr

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