VIDEO: Die Angst vor dem Wolf (30 Min)

Verordnung soll Abschuss von "Problemwölfen" erleichtern

Stand: 13.10.2020 09:54 Uhr

"Problemwölfe" sollen künftig unkomplizierter abgeschossen werden können. Dafür will das Umweltministerium noch im Herbst eine neue Verordnung erlassen.

Damit soll laut Umweltministerium nicht mehr für jeden einzelnen "Problemwolf" eine Ausnahmegenehmigung nötig sein. Für den Abschuss auffälliger Tiere soll stattdessen ein standardisiertes Verfahren gelten. Es müsse ein Nebeneinander von Weidetierhaltung und Wolf geben, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Dafür brauche es Rahmenbedingungen.

Zäune helfen nicht immer

Schon lange gibt es Streit um die Wölfe im Land, die Schutzzäune überwinden und Weidetiere reißen - etwa der sogenannte Rodewalder Rüde im Landkreis Nienburg. Mittlerweile gibt es 35 Rudel mit 300 bis 350 Wölfen in Niedersachsen, rund ein Dutzend der Tiere könnte den Angaben zufolge in die Kategorie Problemwolf fallen. Zäune entfalteten nur eine begrenzte Wirkung, so Lies. Abgesehen von den immensen Kosten müsse man auch angesichts der weiter wachsenden Population des Wolfes in die Lage kommen, mit anderen Maßnahmen zu handeln. "Wenn erwachsene Rinder oder Pferde sich nicht mehr selber schützen können, ist nicht der Zaun das Problem, dann ist auch der Wolf das Problem", so der Minister.

Bauernverband: Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Jörn Ehlers, hofft, dass die Verordnung auch dazu führen wird, dass Abschuss-Entscheidungen schneller umgesetzt werden. Seiner Meinung nach müsse es ermöglicht werden, den Bestand zu regulieren. Dafür müsse der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden, wenn der sogenannte günstige Erhaltungszustand festgestellt werde. Allerdings gebe es in der Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes keine klaren Zahlenvorgaben für den Wolfsbestand, so Umweltminister Lies. So sei unter anderem nicht definiert, ab welcher Zahl der Bestand als gesichert anzusehen sei und weitere Wölfe - wenn nötig - entnommen werden können.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.10.2020 | 07:00 Uhr

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