Außenansicht des Altenheims in Vechta

Vechta: Heimleiter übt nach Corona-Ausbruch Kritik

Stand: 05.10.2020 14:51 Uhr

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Altenheim in Vechta mit mehr als 50 Infizierten und zwei Toten geht die Ursachenforschung weiter. Der Leiter des Heimes sieht strukturelle Probleme.

Für Heimchef Peter Schulze vom betroffenen St. Hedwig-Stift ist es immer noch ein Rätsel, warum sich so viele Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt haben. Schulze sieht allerdings eine strukturelle Schwäche, die nicht nur sein Haus betrifft, sondern die Altenpflege insgesamt. Die Zahl der Pflegekräfte sei ohnehin schon knapp, sagte er NDR 1 Niedersachsen. Das werde nun in Zeiten der Pandemie zu einem Problem, zum Beispiel weil Mitarbeiter auf mehreren Stationen arbeiten müssten.

Sozialministerium räumt Probleme ein

Das niedersächsische Sozialministerium teilt diese Ansicht nicht. Sprecher Oliver Grimm räumte aber ein, dass es schwer sei, genügend Mitarbeiter für die Altenpflege zu gewinnen. Außerdem könne man die Bewohner auch nicht einsperren oder ihnen soziale Kontakte auf Dauer verbieten. Daher gebe es eben keine hundertprozentige Sicherheit, so Grimm.

Besuchsverbot und weitere Tests in Vechta

Mittlerweile hat St. Hedwig-Stift aber genau das getan - und vorerst sämtliche Besuche verboten. Zudem werden alle Bewohner und Mitarbeiter noch einmal auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse sollen bereits am Dienstag vorliegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 05.10.2020 | 14:30 Uhr

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