Stand: 24.03.2019 08:46 Uhr

Urheberrechtsreform: Proteste in Niedersachsen

Bild vergrößern
Gegner der Urheberrechtsreform - wie hier in Göttingen - kritisieren vor allem Artikel 13. Sie befürchten eine Einschränkung der Netzkultur.

In ganz Europa haben Menschen am Sonnabend gegen die geplante Urheberrechtsreform der EU protestiert. Auch in Norddeutschland beteiligten sich Tausende. Zu der Demonstration in Hannover kamen laut Polizei deutlich mehr Menschen als erwartet. Anstatt der ursprünglich angemeldeten 500 Menschen zählten die Beamten am Ende mehr als 3.000 Teilnehmer - unter ihnen vor allem Studenten und Schüler. In Osnabrück gingen mehr als 600 Demonstranten auf die Straße, in Göttingen beteiligten sich etwa 200 Menschen an einer Demonstration gegen das neue EU-Urheberrecht. Proteste gab es auch in Oldenburg.

Demonstranten hinter einem Spruchband "Save the Internet"

Tausende protestieren gegen Uploadfilter

Hallo Niedersachsen -

Die Pläne für ein neues Urheberrecht haben europaweit zu Protesten geführt. Martin Trzcinski aus Hannover streamt auf der Plattform Twitch – und geht fürs Netz auf die Straße.

4,83 bei 6 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Weitere Demos in Norddeutschland

Kieler und Flensburger demonstrieren für freies Internet

Mehr als 2.000 Menschen sind in Kiel und Flensburg auf die Straße gegangen, um für freies Internet zu demonstrieren. Sie befürchten, dass durch eine geplante Reform die Meinungsfreiheit beschnitten wird. mehr

Hamburg: Tausende gegen Reform des Urheberrechts

In Hamburg haben am Sonnabend Tausende gegen die geplante Reform des Urheberrechts in der EU demonstriert. Die Kritiker fürchten Zensur im Internet durch sogenannte Uploadfilter. mehr

Kritik an geplanten Uploadfiltern

Die Initiative "Save the Internet" hatte gemeinsam mit der Piratenpartei sowie Bürgerrechts- und Internetorganisationen bundesweit zum Protest aufgerufen. Auf Plakaten kritisierten viele die geplanten Upload-Filter. Diese Programme sollen bereits beim Hochladen von Bildern, Videos oder Texten ins Internet automatisch erkennen, ob diese gegen das Urheberrecht verstoßen. Die Protestierenden sehen darin einen schweren Eingriff in die Meinungsfreiheit. Uploadfilter würden weder Satire noch Zitate als solche erkennen und Beiträge zensieren, heißt es von den Kritikern. Das EU-Parlament will die Reform in der kommenden Woche verabschieden. Befürworter sehen in dem Regelwerk einen verbesserten Schutz von geistigem Eigentum.

Streit um Artikel 13

Der Hintergrund: Künftig sollen Plattformen haften, wenn Nutzer urheberrechtlich geschützte Inhalte hochladen, etwa Bilder, Musik oder Texte. So will es der umstrittene Artikel 13 der Reform, um den es im Kern bei den Protesten geht. Weil aber Menschen die gigantischen Datenmengen nicht kontrollieren könnten, müssten Algorithmen, virtuelle Roboter, den Job erledigen. Diese Upload-Filter erkennen dann geschütztes Material und verhindern die Veröffentlichung.

Weitere Informationen

Drohende Zensur - dem Internet geht es nicht gut

Stefan Mey ist IT-Journalist und hat jüngst über das Darknet geschrieben. Der EU-Reform der Urheberrechtsrichtlinie steht der Autor kritisch gegenüber. (22.03.2019) mehr

Urheberrechtsreform: "Schlechter Gesetzestext"

Am Dienstag will das Europäische Parlament über die EU-Urheberrechtsreform abstimmen. Markus Beckedahl von netzpolitik.org wünscht sich zeitgemäßere Regeln für das Urheberrecht. (22.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.03.2019 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:17
Hallo Niedersachsen
03:57
Hallo Niedersachsen
03:58
Hallo Niedersachsen