Stand: 03.01.2018 10:19 Uhr

Untersuchungshaft kommt Land teuer zu stehen

In Niedersachsen haben in den vergangenen drei Jahren 166 Menschen unschuldig im Gefängnis gesessen. Das geht aus Zahlen des Justizministeriums hervor. Das Land hat dafür mehrere Hunderttausend Euro gezahlt. Fast ausschließlich betroffen waren Untersuchungshäftlinge, bei denen sich beispielsweise ein Tatverdacht nicht bestätigt hatte. Ihnen zahlte das Land in 160 Fällen insgesamt mehr als 450.000 Euro aus.

250.000 Euro für zwei Männer

In zwei Fällen wurde Häftlingen eine Entschädigung für eine verbüßte Strafhaft zugesprochen. Sie wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt - obwohl sie nichts verbrochen hatten, wie sich später herausstellte, als die Verfahren neu aufgerollt wurden. Die Männer wurden schließlich freigesprochen. Details zu den Fällen wollte das Justizministerium in Hannover nicht nennen. Klar ist aber: Das Land zahlte den beiden Betroffenen in den vergangenen drei Jahren mehr als 250.000 Euro, um den Schaden wieder gut zu machen. Außerdem waren in drei Fällen Häftlinge beispielsweise in einem psychiatrischen Krankenhaus, in einem weiteren Fall im Maßregelvollzug untergebracht worden.

FDP: Mehr Geld für Justizopfer

Wer unschuldig im Gefängnis sitzt, bekommt pro Hafttag 25 Euro. Außerdem ersetzt der Staat den Verdienstausfall und nicht gezahlte Rentenbeiträge. Die FDP im Landtag fordert, dass Justizopfer mehr Geld bekommen und nach der Haft besser betreut werden. Das Thema soll in Kürze im Landtag behandelt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.01.2018 | 08:00 Uhr

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