Stand: 05.08.2020 20:00 Uhr

Unterricht an Hotspots: Weil hält Maske für denkbar

Schulutensilien  und eine Schutzmaske liegen auf einem Tisch. © dpa Foto: Bodo Schackow
Heiß diskutiert: Sollten Schüler auch im Unterricht eine Maske tragen? (Themenbild)

Bei einem lokalen Corona-Hotspot in Niedersachsen hält Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die örtlich begrenzte Anordnung einer Maskenpflicht im Schulunterricht für möglich. "Es ist im Rahmen des kommunalen Krisenmanagements durchaus denkbar, dass die Verantwortlichen vor Ort entscheiden, aufgrund der akuten Infektionslage eine Maskenpflicht für einen befristeten Zeitraum vorzusehen", sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte zuvor angekündigt, angesichts steigender Fallzahlen ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts einzuführen.

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Maskenpflicht im Unterricht – wäre das sinnvoll?

Weil will nicht "alles über einen Landeskamm" scheren

Niedersachsen lehnt eine flächendeckende Maskenpflicht in der Schule angesichts der aktuell niedrigen Infektionszahlen ab. "Unsere Strategie besteht ja gerade darin, so gut wie möglich auf die Verhältnisse vor Ort einzugehen und nicht zu versuchen, alles über einen Landeskamm zu scheren", sagte Weil weiter. Das Land unterstützte vor Ort, trage am Ende die Verantwortung und helfe den Kommunen.

Andere Länder wollen Maskenpflicht nur außerhalb der Klasse

Auch Schleswig-Holstein plant keine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht, wie Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Mittwoch ankündigte. Das Ministerium empfiehlt jedoch, wegen der Urlaubsrückkehrer in den ersten beiden Schulwochen eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. In Hamburg hat sich Schulsenator Ties Rabe (SPD) kurz vor Schulstart dazu entschlossen, dass in den Gebäuden der weiterführenden Schulen Masken getragen werden müssen - allerdings nur außerhalb des Unterrichts. In Mecklenburg-Vorpommern plant Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) ebenfalls eine Maskenpflicht außerhalb der Klassenräume.

Im eigenen Jahrgang dürfen Schüler sich frei bewegen

Der in Niedersachsen geplante eingeschränkte Regelbetrieb sieht vor, dass Schüler im eigenen Jahrgang keine Maske tragen und auch keinen Abstand halten müssen. Zur Pflicht wird die Maske dort, wo Schüler aus verschiedenen Jahrgängen aufeinandertreffen und wo Abstände von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden können - etwa in Gängen, Fluren und auch auf dem Pausenhof. Die Schulen sollen solche Bereiche kennzeichnen. Das Ministerium behält sich vor, die Pläne anzupassen. Dies soll gegebenen Falls zwei Wochen vor Ende der Sommerferien erfolgen.

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Kinder in der Schulklasse beteiligen sich am Unterricht. © picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.08.2020 | 15:00 Uhr

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