Stand: 17.05.2020 10:51 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Unterhalt: Land holt sich mehr Geld zurück

Auf eine Wand mit bunten Handabdrücken zeichnen sich die Schatten von einem Mann mit zwei Kindern ab. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Kneffel
Niedersachsen hat sich mehr Geld von unterhaltspflichtigen Elternteilen zurückgeholt. (Themenbild)

Das Land Niedersachsen hat mehr Erfolg beim Zurückholen vorgestreckter Unterhaltszahlungen für Kinder. Das hat das Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Ein Jahr, nachdem Land und Kommunen vereinbart hatten, konsequenter gegen die säumigen Eltern vorzugehen, ist die sogenannte Rückgriffsquote von rund 13 auf fast 17 Prozent gestiegen. Damit liege Niedersachsen bundesweit im Durchschnitt. Wegen der Corona-Krise sei allerdings damit zu rechnen, dass die Summe der Vorschusszahlungen in diesem Jahr steigt und die Rückholquote wieder sinkt.

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Mangelnde Zahlungsmoral

Der Staat springt ein, wenn zahlungspflichtige Elternteile den Unterhalt für ihre Kinder nicht zahlen. Doch mit der Rückzahlung hapert es dann oft. Im Jahr 2019 belief sich die Summe des Unterhaltsvorschusses in Niedersachsen auf etwa 227 Millionen Euro für rund 86.000 Kinder und Jugendliche. Die Kosten verteilen sich nach einem Schlüssel zu 40 Prozent auf den Bund und zu je 20 Prozent auf Länder und Kommunen. Von den Rückzahlungen dürfen die Kommunen zwei Drittel behalten.

Reimann: "Geld muss konsequent zurückgeholt werden"

"Mit dem Unterhaltsvorschuss leistet der Staat einen wichtigen Beitrag, um Alleinerziehende finanziell zu unterstützen", sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD). "Das senkt ihr Armutsrisiko und ist in erster Linie zum Wohl der Kinder gut investiertes Geld. Aber dieses Steuergeld muss auch weiterhin konsequent von den Unterhaltspflichtigen zurückgeholt werden."

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.05.2020 | 11:00 Uhr

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