Stand: 17.10.2017 15:41 Uhr

Twesten sieht Mitschuld an CDU-Niederlage

Anfang August hat Elke Twesten mit ihrem Fraktionswechsel von den Grünen zur CDU für ein politisches Beben in Niedersachsen gesorgt. Rot-grüne Mehrheit dahin, Neuwahlen. Doch bei der Landtagswahl am Sonntag erhielt ihre neue Partei nur 33 Prozent der Stimmen - ein historisches Tief, das schlechteste Ergebnis der Christdemokraten seit 1959. Erstmals seit 1998 ist die Union nicht mehr stärkste Kraft. Daran dürfte ihr Wechsel nicht unschuldig gewesen sein, sagte die Ex-Abgeordnete gegenüber "Spiegel Online". "Das hat mit Sicherheit eine Rolle gespielt." Ihre Entscheidung bereue sie aber nicht.

"Das war möglicherweise zu krass"

Die 54-Jährige zeigt sich jedoch ein Stück weit selbstkritisch. "Ich hätte vielleicht eine bessere Kommunikation betreiben müssen, um meinen Wechsel zu erklären", sagte sie. Weil CDU und Grüne politische Gegner seien, glaubt sie: "Das war möglicherweise zu krass." Sie erhalte immer noch Hassbriefe. "Ich denke darüber nach, was die Menschen dazu gebracht hat, so zu reagieren."

Twesten studiert Führungskompetenz

Konkrete Angaben darüber, wie sie sich ihre weitere Laufbahn vorstellt, machte Twesten gegenüber "Spiegel Online" nicht. "Ich mache keine Pause von der Politik", sagte sie. Derzeit studiert sie in Buxtehude Führungskompetenz. Außerdem ist sie Mitglied im Rotenburger Kreistag. In der Lokalpolitik wurde ihr Wechsel unterschiedlich aufgenommen. Marco Mohrmann, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Rotenburg/Wümme, berichtet von keinen negativen Erfahrungen, sagt aber: "Der Wechsel hat der CDU nicht geholfen." Bei den Grünen zitiert "Spiegel Online" ein anonymes Mitglied. Twestens Weggang sei "kein Verlust", heißt es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.10.2017 | 20:00 Uhr

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