Stand: 24.06.2020 21:25 Uhr

Trotz Corona: Spargelbauern mit Saison zufrieden

Viele Spargelstangen auf einem Haufen. © picture alliance / Eibner-Pressefoto Foto: EIBNER/Dimitri Drofitsch
Die Bilanz der Spargelbauern fällt trotz der Corona-Krise überwiegend positiv aus. (Themenbild)

Die Spargelsaison 2020 ist beendet. Am Johannistag wird traditionell der letzte Spargel gestochen.Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind die Spargelbauern mit der Saison zufrieden. "Unsere Branche gehört nicht zu den Verlierern", sagte der Vorstandssprecher der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer, Fred Eickhorst. Sehr gut sei der Verkauf des Edelgemüses im Direktvertrieb und im Lebensmittelhandel gelaufen. Die Verbraucher hätten verstärkt regionalen Spargel gekauft, so Eickhorst.

VIDEO: Spargelernte: Positive Bilanz trotz Corona (3 Min)

Probleme für Anbauer, die Gastronomie beliefern

Schwieriger sei die Situation dagegen für jene Betriebe gewesen, die hauptsächlich die Gastronomie beliefern, so Eickhorst. Denn Gaststätten und Restaurants hatten von Mitte März bis Anfang Mai zur Eindämmung der Pandemie schließen müssen. Doch laut Michael Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn war die private Nachfrage nach Spargel größer als in den Vorjahren. Dadurch seien die Ausfälle durch das weggebrochene Gastronomie-Geschäft zu einem guten Teil kompensiert worden.

Durchschnittspreis für weißen Spargel: 7,77 Euro

"Für viele Betriebe ist es besser gelaufen als am Anfang gedacht", sagte Koch. Aufgrund der guten Nachfrage stiegen die Endverbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um fast sechs Prozent. Der Durchschnittspreis lag bei 7,77 Euro pro Kilo weißer Spargel. Dennoch seien vereinzelt auch Spargelanbauer in die Insolvenz gerutscht, sagte Eickhorst. Er verwies auf die finanziell hohen Vorleistungen, die die Betriebe in diesem Jahr hätten erbringen müssen. Sie mussten die meist osteuropäischen Erntehelfer einfliegen und zusätzlich Wohncontainer bereitstellen, um die Hygiene-Auflagen einzuhalten.

Erntehelfer finden - auch in Zukunft ein Problem

Aber auch schon in den Jahren zuvor sei es immer schwieriger geworden, Erntehelfer anzuwerben, sagte Eickhorst. Das sei auch vermutlich in Zukunft das größte Problem für die Betriebe. Positiv bewertet er dagegen, dass Verbraucher mehr Interesse an regionalen Produkten zeigten. Er hält es für möglich, dass die Wertschätzung für Spargel auch dadurch gestiegen ist, dass viele Menschen aus Deutschland bei der Spargelernte geholfen haben. "Sie haben gemerkt, wie mühsam und anstrengend es ist, den Spargel zu stechen und haben auch Respekt vor der Arbeit."

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 24.06.2020 | 19:30 Uhr

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