Stand: 22.09.2020 16:31 Uhr

Trockenheit lässt Fichten und Buchen leiden

Eine Fichte im Wald mit erkennbaren Schäden durch Trockenheit. © NDR Foto: Franziska Drewes
Fichten gehören zu den Bäumen, denen die Trockenheit besonders zu schaffen macht. (Archivbild)

Die Wälder in Niedersachsen leiden weiter unter der anhaltenden Dürre. Experten gehen davon, dass die Schäden zunehmen werden. Die Wasserspeicher im Boden seien aufgebraucht, sagte Wolf Ebeling von den Niedersächsischen Landesforsten NDR 1 Niedersachsen. Besonders Fichten und Buchen seien im dritten Dürrejahr in Folge gefährdet.

Folgeschäden der Hitzesommer

"Wir gehen davon aus, dass aktuell fast alle Waldbestände stark gestresst sind", so Ebeling. Einen entscheidenden Anteil haben seiner Ansicht nach die außergewöhnlich heißen Sommer in den Jahren 2018 und 2019. Die extreme Trockenheit habe dazu geführt hat, dass die Buchen viele ihrer Feinwurzeln verloren haben. "Die sind besonders wichtig für die Buche, um sich mit Wasser zu versorgen", so Ebeling.

Größe Schäden vor allem im Süden des Landes

Südlich des Mittellandkanals ist die Lage nach Angaben der Landesforsten besonders dramatisch. Bis zu 30 Prozent der Bestände sind hier bereits vertrocknet und abgestorben. Eichen und Kiefern könnten den Wassermangel zwar grundsätzlich besser kompensieren, so der Sprecher. Viele Eichen hätten dieses Jahr aber kleinere Blätter als sonst und seien dadurch anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Talsperren im Harz führen nur wenig Wasser

Dringend Regen brauchen auch die Talsperren im Harz. Laut Harzwasserwerke liegen die Füllstände derzeit insgesamt rund 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Die Trinkwasserversorgung sei aber nicht gefährdet. Wasser aus noch gut gefüllten Talsperren werde derzeit durch ein Pumpsystem umverteilt.

Niedrigwasser stoppt Fähren auf der Weser

Auch auf den Fährverkehr auf der Weser wirkt sich die Trockenheit aus. Wegen niedriger Wasserstände hat die Weserfähre in Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont bereits ihren Betrieb eingestellt. Die Fähre in Großenwieden wird ab Mittwoch ebenfalls nicht mehr fahren können und im Landkreis Holzminden muss die Fähre in Polle voraussichtlich am Donnerstag ihren Betrieb einstellen. Nach Angaben des Landkreises ist dann ein sicherer Verkehr nicht mehr gewährleistet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.09.2020 | 12:00 Uhr

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