Stand: 03.08.2020 09:23 Uhr

Trockenheit: Pegelstände in Niedersachsen sinken

Das Fahrgastschiff MS „AquaMarin“ fährr durch die Okertalsperre bei sonnigen Wetter. © picture alliance Foto: Hauke-Christian Dittrich
Noch sorgen die Talsperren dafür, dass die Schifffahrt nur leicht eingeschränkt ist.

Mehreren Flüssen in Niedersachsen droht Niedrigwasser. Das gelte für die Flüsse Hase, Hunte, Leine, Aller, Oker und Elbe, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Montag mit. Die Pegel in den meisten Flüssen zeigten derzeit einen mittleren bis niedrigen Stand. "Die Tendenz geht aber eindeutig in Richtung Niedrigwasser", sagte ein NLWKN-Sprecher. Derzeit gebe es aber noch keine Rekordniedrigstände.

Osnabrück: Kein Wasser aus Flüssen entnehmen

In Stadt und Landkreis Osnabrück ist es seit vergangenem Donnerstag verboten, Wasser aus Flüssen und Bächen zu entnehmen. In vielen Bächen und Flüssen seien die Lebensräume für Tiere und Pflanzen wegen der extrem niedrigen Wasserstände gefährdet, hieß es. Diese Maßnahme gilt vorerst bis Ende August.

Talsperren noch gut gefüllt

Die Talsperren insgesamt sind laut Harzwasserwerke noch zu etwa 54 Prozent gefüllt. Das entspreche einer Menge von 97,3 Millionen Kubikmetern Wasser. Die Trinkwassertalsperren hätten einen Füllstand von etwa 65 Prozent, entsprechend 55,3 Millionen Kubikmetern. "Im Vergleich zu 2018 stehen wir dieses Jahr etwas besser da, aber schlechter als 2019", sagte ein Sprecher. Versorgungsprobleme mit Trinkwasser gebe es derzeit nicht, die Menschen sollten aber sorgsam mit Wasser umgehen.

Wegen Corona: Wasserbedarf so hoch wie nie

Außerdem sind die Grundwasservorkommen in einigen Regionen bereits spürbar abgesunken. Das hat die Landesgruppe Niedersachsen des Verbandes kommunaler Unternehmen in Hannover festgestellt. Zugleich sei der Wasserbedarf so hoch wie noch nie, zum Beispiel in den Monaten April und Mai in diesem Jahr. Wegen der Corona-Pandemie sei auch keine große Entlastung in den Sommermonaten zu erwarten: Viele Familien blieben zu Hause und bewässerten vermehrt ihre Gärten und befüllten immer größere Pools.

Leichte Einschränkungen bei der Schifffahrt

Auch die Schifffahrt bekommt die niedrigen Pegelstände zu spüren. Auf der Weser gebe es schon leichte Einschränkungen, sagte eine Sprecherin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Der Wasserstand in dem Fluss werde zurzeit durch die Edertalsperre gestützt. Das sei aber voraussichtlich nur noch bis zum 10. August möglich. Danach dürfte es deutlichere Einschränkungen geben. Auch auf der Elbe dürften die Wasserstände weiter sinken, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 30.07.2020 | 07:30 Uhr

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