Tourismus zu Ostern: Polizei kontrolliert an der Küste

Stand: 05.04.2021 17:11 Uhr

Über Ostern galten in vielen Regionen in Niedersachsen strengere Corona-Regeln - vor allem an beliebten Ausflugszielen. Insbesondere an der Küste hatte die Polizei viel zu tun.

Das Polizeikommissariat Geestland registrierte nach eigenen Angaben mehr als 40 Verstöße gegen Corona-Regeln, die allein im Bereich Wremen und Dorum geahndet wurden. Dabei habe es sich insbesondere um auswärtige Tagestouristen gehandelt, die sich am Sonnabend trotz Verbotes dort aufhielten. Bereits zuvor hatte die Polizei Cuxhaven von zahlreichen Wohnmobil- und Zweitwohnungsbesitzer an der Nordseeküste berichtet. "Viele Wohnmobil-Touristen hoffen, dass sie durchs Netz rutschen", sagte ein Polizeisprecher am Sonnabend. Dabei sind Tagestourismus und Übernachtungen dort wegen der Corona-Pandemie nicht gestattet.

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Polizei macht Campern "Ansage"

In den Kutterhäfen wie etwa Dorum-Neufeld, Spieka-Neufeld und Wremen würden sich besonders viele Wohnmobilbesitzer treffen. "Sie kriegen eine Ansage, denn Camper untereinander treten in Kontakt", betonte der Sprecher. Es gehe darum, eine Pandemie zu bekämpfen, niemand solle sich anstecken. Auch in anderen Regionen wie am Zwischenahner Meer waren bei Sonne und kühlen Temperaturen viele Spaziergänger unterwegs. In Harz und Heide blieb es laut Polizei ruhig. "Hier sind die Parkplätze nicht überlastet", berichtete die Polizei in Goslar.

Sonderregeln an Ausflugsorten

Neben den landesweit angekündigten Polizeikontrollen, die sich auf die Einhaltung der Corona-Regeln fokussierten, zählten zu den Maßnahmen auch Sperrungen von Parkplätzen oder der Nachweis eines negativen Corona-Tests. Ein Überblick:

Ostfriesische Inseln: Mehr Kontrollen und Tests

Strikte Zugangsregeln galten für die Insel Wangerooge: Reisende durften die Insel nur mit dem Nachweis eines negativen Corona-Tests betreten. Nachweise mussten laut der Inselgemeinde an der Fähre, der Inselbahn oder den Inselfliegern vorgelegt werden. Andere Ostfriesische Inseln wie Borkum, Spiekeroog, Langeoog und Norderney verstärkten die Kontrollen ihrer Ordnungsbehörden - etwa um bei Ankunft der Fähren die Einhaltung der Corona-Regeln zu überprüfen. Unterstützung gab es dabei von der Polizei: Laut einer Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund zeigten die Beamten über die Ostertage sowohl auf dem Festland als auch auf den Inseln Präsenz. Laut der Corona-Verordnung waren touristische Übernachtungen zu Ostern verboten. Zweitwohnungsbesitzer durften zur Nutzung ihrer Wohnungen aber auf die Inseln reisen. Und auch Übernachtungen im Rahmen von Geschäftsreisen sind derzeit erlaubt.

Harz: Kontrollen wie im Winter

Auch im Harz mussten sich Tagesausflügler auf Kontrollen einstellen. Der Landkreis Goslar hatte angekündigt, dass - ähnlich wie im Winter - die Einhaltung der Regeln konsequent überprüft werde. Darüber hinaus galt Maskenpflicht an bestimmten Plätzen, beispielsweise im Kurpark Bad Harzburg, auf dem Torfhaus und in der Innenstadt von Goslar. Um ein angemessenes Verhalten bat auch der Harzer Tourismusverband - wegen erhöhter Waldbrandgefahr.

Das galt auch für die Lüneburger Heide. Mitarbeitende der Stiftung Naturschutzpark wollten dort an den Ostertagen das geltende Fahrverbot für Autos und Motorräder verstärkt kontrollieren. Der Schwerpunkt lag dabei in Wilsede in der Gemeinde Bispingen. Bei Verstößen drohten empfindliche Bußgelder.

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Dümmer: Weniger Parkplätze und Alternativen

Die Landkreise Diepholz und Vechta warnten vor einem Besuch des Dümmer Sees. Man betrachte die derzeitige Lage mit Sorge, hieß es vor Ostern aus den Kreishäusern. Deshalb sei auch das Parkplatzangebot am See eingeschränkt worden. Auch die Tourist-Info Dümmer und die Gemeinde Lemförde appellierten, den Dümmer insbesondere an den Osterfeiertagen möglichst zu meiden, damit sich nicht weitere Menschen anstecken. Gleichzeitig verwies die Tourist-Info auf alternative Angebote wie Fahrradtouren in der Region.

Steinhuder Meer und Maschsee: Maskenpflicht ausgeweitet

Einschränkungen gab es auch am Steinhuder Meer: Die Stadt Wunstorf (Region Hannover) bat Tagestouristen, Steinhude über Ostern nicht zu besuchen. Die Stadt hatte bis einschließlich Ostermontag die Großparkplätze Bruchdamm und an den Strandterrassen gesperrt, genauso wie die Zufahrtsstraßen dorthin. Außerdem wurde die Badeinsel im See dicht gemacht. Wer trotzdem an der Uferpromenade spazieren ging, musste zwischen 9 bis 21 Uhr einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine entsprechende Maskenpflicht galt in der gleichen Zeit auch am Maschsee in Hannover.

Mehr Polizei auch fern der großen Ausflugsziele

Auch die Polizei im Landkreis Nienburg war mit verstärkten Kräften unterwegs - etwa am Heye Glas See zwischen Husum und Rehburg-Loccum. Die Beamten im Landkreis Schaumburg appellierten an Ausflügler, sich an die Corona-Regeln zu halten. Das galt etwa für den Bereich rund um den Bückeberg. Die Polizei in und um Celle schaute nach eigenen Angaben besonders wachsam auf öffentliche Plätze.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.04.2021 | 16:00 Uhr

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