Das Bild zeigt Hotels an der Strandpromenade auf Norderney. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Tourismus in Niedersachsen: 2020 fehlt die Hälfte der Gäste

Stand: 23.02.2021 08:38 Uhr

Der Tourismus in Niedersachsen ist im Corona-Jahr 2020 massiv eingebrochen - es gab deutlich weniger Gäste und Übernachtungen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Das Land registrierte nur noch knapp halb so viele Reisende wie im Vorjahr. Waren es 2019 noch 15,4 Millionen Gäste, sank diese Zahl im vergangenen Jahr auf 8,7 Millionen - und damit um 43 Prozent. Auch wenn sie im Sommer kurzzeitig wieder Gäste empfangen durften, seien Urlaubsregionen wie die Nordsee und die Lüneburger Heide von den Folgen der Corona-Pandemie mit voller Wucht getroffen worden, sagte Finn Petersen, Vorsitzender des Landesbezirks Nord der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Städtetourismus leidet besonders

Auch die Zahl der Übernachtungen ging im Vergleich zu 2019 deutlich zurück - und zwar um 35 Prozent. So wurden 2020 etwas mehr als 30 Millionen Übernachtungen gezählt, im Jahr vor der Corona-Pandemie waren es noch mehr als 46 Millionen. Ausgewertet hat die Zahlen des Statistischen Bundesamtes die NGG. Demnach wirkte sich die Situation im vergangenen Jahr besonders heftig auf den Städtetourismus aus. So seien etwa in die Regionen Hannover-Hildesheim und in das Braunschweiger Land nur rund halb so viele Gäste gekommen wie im Vorjahr. An die Nordseeküste seien 30 Prozent weniger Gäste und nach Ostfriesland 36 Prozent weniger gekommen.

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Gewerkschaft weist auf Nöte von Beschäftigten hin

Die NGG wies in diesem Zusammenhang auf die Nöte der Beschäftigten hin. "Wegen niedriger Löhne und monatelanger Kurzarbeit kämpfen viele von ihnen mit existenziellen Problemen", sagte Petersen. Die Gewerkschaft fordert vor der nächsten Bund-Länder-Konferenz eine Öffnungsstrategie für das Gastgewerbe. "Ohne eine Perspektive, wie es im März weitergehen soll, droht vielen Betrieben das Aus und Beschäftigten Arbeitslosigkeit", sagte Petersen. Die NGG plädiert für einen Stufenplan, der schrittweise Öffnungen bei niedrigen Fallzahlen ermöglicht. Petersen forderte Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) dazu auf, sich für die Beschäftigten im Gastgewerbe einzusetzen. Ohne zusätzliche Hilfen drohten enorme Verwerfungen im unteren Einkommenssektor, so Petersen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.02.2021 | 07:00 Uhr

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