Stand: 19.08.2020 10:42 Uhr

Tonne warnt Lehrer vor Reisen in Risikogebiete

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) spricht während einer Tagung. © picture alliance Foto: Ole Spata
Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warnt Lehrer vor Konsequenzen, wenn sie wissentlich in ein Risikogebiet reisen. (Archivbild)

In rund einer Woche geht in Niedersachsen die Schule wieder los. Manch einer kommt erst kurz vor Ferienende aus einem Risikogebiet zurück. Sowohl Schüler als auch Lehrer dürfen dann erst in die Schule kommen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Das sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Lehrkräfte, die in Spanien waren, müssten keine dienstlichen Konsequenzen fürchten, wenn sie nicht direkt nach Ferienbeginn zurückkämen. Denn Spanien-Urlauber seien davon überrascht worden, dass das Land zum Risikogebiet erklärt wurde. Anders sei die Lage bei Lehrkräften, die wissentlich in ein Risikogebiet gereist seien. Sie trügen das Risiko und die Konsequenzen selbst - und die könnten bis hin zum Verdienstausfall führen, wenn die Arbeit im Homeoffice nicht möglich sei, so Tonne.

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Keine Maskenpflicht um Unterricht

Eine Maskenpflicht im Unterricht lehnt Tonne unterdessen auch weiterhin ab. "Es gibt nach meiner festen Überzeugung sehr seriöse Argumente gegen die Maske im Klassenzimmer", sagte er der NOZ. So sei es etwa im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht sehr wichtig, auch die Mimik sehen zu können. Nonverbale Kommunikation sei sehr wichtig in der Schule. "Wir machen Schule zudem nicht, um Kinder zu betreuen, sondern weil sie dort lernen sollen", sagte Tonne. Fünf, sechs oder mehr Stunden mit Maske bei sommerlichen Temperaturen in einem Klassenraum zu sitzen und sich dabei auf den Unterricht zu konzentrieren, sei eine große Herausforderung. Ein Mund-Nasen-Schutz im Unterricht könne allenfalls eine "kurzfristige Notlösung" sein, so Tonne.

Doch kein Schul-Passus im neuen Bußgeldkatalog

Für Wirbel hatte unterdessen ein Schul-Passus im Entwurf des neuen Corona-Bußgeldkatalogs des Landes gesorgt. Wie die NOZ berichtet, hätten Schulleitungen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln an ihren Schulen mit bis zu 10.000 Euro Strafe rechnen müssen - etwa wenn sie ihre Schulen öffnen, obwohl ihnen dies vom Gesundheitsamt untersagt worden ist. Bis zu 5.000 Euro Strafe hätte dem Entwurf zufolge gedroht, wenn der Unterricht ohne festgelegte Gruppen stattfindet. Das ist jedoch mittlerweile vom Tisch. Einen Bußgeldkatalog "unter Aufnahme des Schulbereiches" werde es nicht geben, schrieb nun Kultus-Staatssekretärin Gaby Willamowius in einem Brief an die Lehrer. Die Landesregierung setze darauf, dass die Lehrer ihrer "Verantwortung zur Durchsetzung der notwendigen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus auch weiterhin gerecht werden", heißt es darin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.08.2020 | 06:00 Uhr

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