Stand: 15.05.2020 20:29 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Tonne stellt Fahrplan für Rückkehr an Schulen vor

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) spricht in der Landespressekonferenz. © NDR
47 Millionen für Tablets in Niedersachsen. Das kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag an.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat auf der Landespressekonferenz in Hannover einen Fahrplan für die Rückkehr der Schülerinnen und Schüler an die Schulen vorgestellt. Die Corona-Infektionszahlen hätten sich positiv entwickelt, deshalb könnten immer mehr Schüler zurückkehren, sagte Tonne am Freitag. Bis zum 15. Juni soll demnach in allen Klassen an den Schulen wieder unterrichtet werden. Der Rückkehrprozess an den Schulen sei dann abgeschlossen, sagte Tonne.

Rückkehr läuft gestaffelt

Die Wiederaufnahme des Unterrichts soll, so wie zuletzt auch, gestaffelt verlaufen. Nachdem bereits ab Montag Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 sowie 9 und 10 an Gymnasien zurückkehren, folgen am 25. Mai die 11. Klassen. Eine Woche später, ab dem 3. Juni, sieht der Fahrplan die Rückkehr der 2., 7. und 8. Klassen vor.  Ab dem 15. Juni sollen dann auch die 1., 5. und 6. Klassen wieder in den Schulunterricht zurückkehren.

 

VIDEO: Tonne: Mobile Geräte für alle Schüler (1 Min)

Tonne: Zwei-Wochen-Rhythmus hat sich bewährt

"Wir haben mit dem Weg, den wir in Niedersachsen bislang gegangen sind, gute Erfahrungen gemacht", sagte Tonne. Der angewendete Zwei-Wochen-Rhythmus in dem jeweils eine Hälfte einer Klasse in die Schule geht, habe sich bewährt und werde beibehalten. Er biete den Schulen Planungssicherheit und Möglichkeiten zum Nachjustieren, so Tonne. "Ich bin außerordentlich beeindruckt, wie gut die Schulen vor Ort inhaltlich und organisatorisch zusammenarbeiten."

Mündliche Abschlussprüfungen nur noch freiwillig

Tonne kündigte zudem Entlastungen für Schulen und Lehrer an. Unter anderem sollen mündliche Abschlussprüfungen in den Klassen 9 und 10 nur auf freiwilliger Basis abgelegt werden. Bis zu 70 Prozent dieser Prüfungen könnten daher entfallen. Die Qualität des Abschlusses werde dadurch nicht beeinträchtigt, sagte Tonne. Zudem müssen alle Schüler, die ihre schriftlichen Abschlussprüfungen abgelegt haben, nicht mehr zur Schule kommen.

Tonne: Alle Schüler sollen digitale Endgeräte haben

Für die digitalen Lernangebote kündigte Tonne eine neue Initiative an: Demnach will das Land ermöglichen, dass alle Schüler mit einem Laptop, Notebook oder einem Tablet arbeiten können. Vom Bund erhalte Niedersachsen dafür 47 Millionen Euro, Hintergrund sei das 500-Millionen-Euro-Programm des Bundes zur Sofortausstattung von benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Schon in Kürze sollen Städte und Landkreise entsprechende Geräte kaufen können und an die Familien ausleihen, die sich keine eigenen Geräte leisten können. "Ich glaube, dass dies ein notwendiges Signal ist", sagte Tonne. Er hoffe, dass das Zuhause-Lernen so gerechter wird. Bildungsverbände und Oppositionspolitiker warnen seit langem davor, dass Kinder aus schwierigen Verhältnissen in der Corona-Krise auf der Strecke bleiben.

Bekommen Geräte auch SIM-Karten?

Womöglich werden die Geräte auch mit entsprechenden SIM-Karten ausgestattet sein, die Zugang ins Internet ermöglichen. Der Bund sei dafür in Gesprächen mit Mobilfunk-Anbietern. Er halte dies für eine sehr sinnvolle Ergänzung, sagte Tonne. Wann die Kinder und Jugendlichen die ersten Tablets in den Händen halten, ist offen. Die Details will die Landesregierung in der nächsten Woche regeln. Tonne kündigte an, dass das Land möglichst wenig Vorgaben machen werde, was die Geräte technisch leisten müssen. Beim Kauf wolle man den Trägern möglichst freie Hand lassen. So seien flexible Lösungen vor Ort möglich, sagte der Minister.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.05.2020 | 16:00 Uhr

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