Stand: 12.04.2018 19:49 Uhr

Tausende streiken: Kitas dicht, Busse im Depot

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In Hannover und mehreren anderen Städten in Niedersachsen sind Busse und Bahnen am Donnerstag in den Depots geblieben.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag im Berufsverkehr in einigen niedersächsischen Städten für Verkehrsprobleme gesorgt. Besonders angespannt war die Lage in Hannover, wo alle Busse und Bahnen der Verkehrsbetriebe Üstra in den Depots blieben. Weil viele Pendler aufs Auto auswichen, mussten die Autofahrer unter anderem auf der B 6 und dem Messeschnellweg deutlich mehr Zeit einplanen. In und um Braunschweig war es nach Angaben der Verkehrsmanagementzentrale unter anderem auf der A 39 voller als sonst.

Geschlossener Bahnhof

Warnstreik legt Busse und Bahnen lahm

Hallo Niedersachsen -

In mehreren niedersächsischen Städten legten Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes die Arbeit nieder, um ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn Nachdruck zu verleihen.

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Zentrale Kundgebung in Hannover

Viel Betrieb herrschte zudem am Donnerstagmittag in der Innenstadt von Hannover. Auf dem Opernplatz fand eine zentrale Kundgebung mit ver.di-Chef Frank Bsirske und mehreren Tausend Teilnehmern statt. Die Gewerkschaften hatten auch die Mitarbeiter der Kommunen zum Warnstreik aufgerufen. Daher blieben am Donnerstag alle 40 städtischen Kindertagesstätten in Hannover dicht. Da bei der Stadtreinigung ebenfalls die Arbeit niedergelegt wurde, waren die Bürger aufgefordert, ihre Mülltonnen gar nicht erst nach draußen zu stellen. Auch Klinik-Angestellte legten ihre Arbeit nieder.

Auch der Südosten und Norden betroffen

Wie auch in Hannover fuhren in Braunschweig und Wolfsburg den ganzen Donnerstag keine öffentlichen Verkehrsmittel. Zudem waren die Mitarbeiter in Kindertagesstätten in Braunschweig, Peine, Salzgitter und Einbeck (Landkreis Northeim) aufgerufen, nicht zur Arbeit zu gehen. In Braunschweig blieben deshalb 10 der 21 Kitas dicht, in Peine elf städtische Kitas. In den Landkreisen Osnabrück, Lüneburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und dem Heidekreis beteiligten sich ebenfalls zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes am Warnstreik. Auch dort blieben Kitas geschlossen und Müllsäcke zum Teil liegen.

Spielraum bei Abiturprüfungen

Sogar auf die landesweiten Abiturprüfungen wirkten sich die Arbeitsniederlegungen aus: Weil viele Busse und Bahnen nicht fuhren, durften die Schulen mit Erlaubnis des Kultusministeriums die Klausuren später beginnen lassen. Man habe den Schulen einen Spielraum bis 9.30 Uhr gegeben, sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Die Zeit für die Prüfungen werde auch nicht verkürzt, sondern lediglich nach hinten verschoben.

Beeinträchtigungen auf Flughäfen

Am Dienstag waren in Emden bereits 1.000 Beschäftigte auf die Straße gegangen, um für mehr Lohn zu demonstrieren. Auch in Aurich, Leer, Norden und Wilhelmshaven blieben Stadt- und Kreisverwaltungen, Kitas und Stadtwerke zum Teil dicht. Außerdem kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen an den Flughäfen in Bremen und Hannover.

 Ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft ver.di fordert in den laufenden Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. Beide Seiten wollen am 15. und 16. April ihre bisher ergebnislosen Verhandlungen fortsetzen. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Einen vergleichbaren ganztägigen Warnstreik hatte es bereits im März gegeben.

Weitere Informationen

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Die Gewerkschaft ver.di hat für Donnerstag neue Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt. Auch in Krankenhäusern, Kitas und am Nord-Ostsee-Kanal soll es zu Einschränkungen kommen. (09.04.2018) mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.04.2018 | 08:00 Uhr

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