Sturmtief "Eugen": Geringe Schäden in Niedersachsen

Stand: 05.05.2021 07:51 Uhr

"Eugen" hat am Dienstag in Niedersachsen ordentlich Wind gemacht - im Harz erreichte das Sturmtief Orkanstärke. Im ganzen Land mussten Polizei und Feuerwehr ausrücken, doch die Schäden waren gering.

Überall in Niedersachsen hat der Sturm viele Bäume zu Fall gebracht - etwa rund um Hameln oder im Landkreis Gifhorn. Auch Ziegel riss "Eugen" von den Dächern und pustete gleich das ganze Dach einer Scheune herunter, wie in Molzen im Landkreis Uelzen. Größere Schäden oder Verkehrsbehinderungen blieben aber aus. Auch verletzt wurde bei dem stürmischen Wüten offenbar niemand, wie aus den Angaben von Polizei und Feuerwehr hervorgeht.

Orkanböen auf dem Brocken - aber kaum Einsätze im Harz

Im Harz blies der Sturm mit Orkanstärke - über den Brocken peitschten die Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 125 Kilometern pro Stunde. Dennoch gab es im Harz nach Informationen des NDR in Niedersachsen über den ganzen Tag verteilt lediglich vier Einsätze - ganz anders als etwa bei vergleichbar starken Herbststürmen. Der Hintergrund ist, dass die Bäume im Frühjahr noch keine dichte Krone haben und dem Wind keine richtige Angriffsfläche bieten. Zudem fällen die Landesforsten und der Nationalpark ständig abgestorbene oder geschwächte Bäume, damit diese bei Sturm nicht auf Wanderwege oder Straßen stürzen können. "Der Sturm hat zum Glück nicht gehalten, was er angekündigt hat", sagte ein Sprecher der Polizei im Harz. Deutlich mehr los war dagegen im Landkreis Gifhorn, aber auch dort behinderten lediglich heruntergefallene Äste oder umgekippte Bäume den Straßenverkehr.

Rund 50 Einsätze in und um Hannover

Einsatzkräfte der Feuerwehr an einem umgestürzten Baum. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Im Raum Hannover stürzten mehrere Bäume um.

An den Küsten und im Flachland registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) stürmische Böen und Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. Rund um Hannover rückte die Feuerwehr mehr als 50 Mal aus. Die Einsatzkräfte mussten in der Landeshauptstadt unter anderem eine umgekippte, knapp 20 Meter große Pappel von einer Straße im Heideviertel entfernen. Am Rande der Herrenhäuser Gärten hatte es die Feuerwehr mit einer Linde zu tun, die auf eine Schleusenanlage an der Wasserkunst gestürzt war. Die Stadt Hannover hatte vorsorglich Stadtpark, Tiergarten, die Waldstation Eilenriede und die Herrenhäuser Gärten geschlossen.

Viele umgestürzte Bäume im Nordwesten

Auch im Landkreis und in der Stadt Osnabrück musste die Feuerwehr gleich mehrfach ausrücken. In Bad Laer fiel ein Baum auf ein Wohnhaus. Verletzt wurde niemand. Erste Ausläufer der Sturmtiefs hatten den Nordwesten bereits am Morgen erreicht. Der Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln lief weitgehend nach Plan. Lediglich eine Fährverbindung von Harlesiel nach Wangerooge für den Dienstagabend wurde wegen der Sturmböen abgesagt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.05.2021 | 08:00 Uhr

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