Stand: 26.10.2018 15:56 Uhr

Stickoxide: Lies will Mess-Standorte prüfen lassen

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Ist gegen Diesel-Fahrverbote: Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) möchte die Luft mit alternativen Konzepten verbessern.

Bessere Luft ohne Fahrverbote: Umweltminister Olaf Lies (SPD) arbeitet weiter daran, die Stickstoffdioxidwerte in Niedersachsens Städten und Gemeinden zu verbessern. Als Maßnahme kündigte er am Freitag an, Standorte verkehrsnaher Messstationen durch externe Experten überprüfen zu lassen. Enge, dicht bebaute Abschnitte würden Bandbreite der Messungen beeinflussen. Damit reagierte er auf Kritik seitens der FDP im Landtag.

Fahrverbote sind für Lies keine Lösung

Der Minister bezweifelt, dass die Ergebnisse Aussagekraft im Hinblick auf mögliche Diesel-Fahrverbote haben. "Es muss uns darum gehen, die Luftqualität in den Städten nachhaltig zu verbessern", sagte Lies. "Dazu brauchen wir einen konsequenten Ausbau des ÖPNV, umweltschonende Antriebe und kluge Verkehrskonzepte - keine Fahrverbote." Die Deutsche Umwelthilfe hatte mit eigenen Messungen Anfang des Jahres neue Stickstoffdioxid-Schwerpunkte in Niedersachsen ausgemacht.

Gewerbeaufsicht stellt keine Standortfehler fest

Zuletzt hatte das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim die Container überprüft und keine Beanstandung hinsichtlich der Standorte und Ergebnisse. Das heiße, dass die Ergebnisse nicht maßgeblich dazu herangezogen werden sollten, Fahrverbote zu rechtfertigen, sagte Lies. Ihm gehe es um die richtige Interpretation im Zusammenhang mit den jeweiligen Standortvoraussetzungen.

Vier Städte liegen über Grenzwert

Er wolle in Niedersachsen auf solche Verbote verzichten. "Die Stickstoffdioxidbelastung ist in den niedersächsischen Städten im letzten Jahr deutlich zurückgegangen. Ich bin überzeugt davon, dass wir diesen Trend ohne Fahrverbote fortsetzen", sagte der Umweltminister. "In Niedersachsen gibt es nur noch vier Städte, in denen punktuell der Stickstoffdioxidgrenzwert knapp überschritten wird. Hier sind Fahrverbote nicht verhältnismäßig und das falsche Mittel."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.10.2018 | 16:00 Uhr

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