Stand: 22.03.2018 12:19 Uhr

Stickoxid: Dicke Luft in Niedersachsens Städten

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Die Deutsche Umwelthilfe hat im Februar an fast 560 Orten Stickoxidwerte gemessen.

In vielen niedersächsischen Städten herrscht dicke Luft. So viel steht seit der Diskussion um überschrittene Stickoxid-Grenzwerte und Diesel-Fahrverbote fest. Nun gibt es wieder neue Zahlen, die die Luftbelastung belegen: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat vom 1. Februar bis zum 1. März an bundesweit 559 Orten eigene Messungen durchgeführt - unter anderem in Hannover, Braunschweig und Oldenburg, aber auch in kleineren Städten wie Peine, Alfeld (Landkreis Hildesheim), Wennigsen (Region Hannover) und Bad Lauterberg im Harz.

Besonders schlechte Luft in Teilen Hannovers und Oldenburgs

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Die DUH hat ihre eigen neuen Messungen und die bisher bekannten des Umweltbundesamt (UBA) und des Verkehrsclub Deutschlands (VCD) zusammengefasst. Negativer Spitzenreiter bleibt demnach Hannover. Auf einem Abschnitt der Bundesstraße 6, der Friedrich-Ebert-Straße, wurden laut DUH im Durchschnitt 55 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen, gefolgt von der Marienstraße mit 52 Mikrogramm. Auch die Einfallstraße im Norden der Stadt, die Vahrenwalder Straße, sowie die Bornumer und Göttinger Straße sind laut DUH besonders belastet. In Oldenburg wurden an einer Station ebenfalls Stickstoffdioxidwerte von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen; in Osnabrück lagen die Werte an zwei Messorten ebenfalls über dem jährlichen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Auch an der Deisterstraße in Hameln, der Bürgerstraße in Göttingen und am Altewiekring in Braunschweig sei die Luft belastet, heißt es. Zwar seien die DUH-Werte Durchschnittswerte eines Monats und daher nicht exakt mit den jährlichen EU-Grenzwerten zu vergleichen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Umwelthilfe NDR.de. Die Zahlen seien aber ein Indikator dafür, dass es sich um grundsätzlich problematische Stellen handele.

Unter dem Grenzwert - trotzdem "bedenklich"

Die DUH hat auch Daten in kleineren Städten erhoben und ausgewertet. In Seelze und Lehrte (Region Hannover) und Buxtehude (Landkreis Stade) wurden im Februar durchschnittliche Stickstoffdioxid-Werte von mehr als 30 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen; in Salzgitter und Peine von mehr als 25 Mikrogramm und in Alfeld (Landkreis Hildesheim) und Bad Lauterberg am Harz von rund 20 Mikrogramm. Diese Werte liegen zwar unter dem jährlichen Grenzwert. Sie seien aber dennoch "gesundheitlich bedenklich", so die DUH.

Lies: Luftqualität verbessert sich

Die betroffenen Städte würden nun aufgefordert, "umgehend wirksame Minderungsmaßnahmen einzuleiten". Die DUH hat die Stadt Hannover bereits wegen der hohen Stickoxidwerte verklagt und auch Osnabrück mit einer Klage gedroht. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Februar entschieden, dass Fahrverbote grundsätzlich zulässig sind, um die Luftqualität zu verbessern. Die niedersächsische Landesregierung will Fahrverbote aber verhindern. Die Werte hätten sich im vergangenen Jahr bereits verbessert, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 22.03.2018 | 17:00 Uhr

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