Stand: 17.07.2019 14:43 Uhr

Steuersünder: Selbstanzeigen gehen weiter zurück

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Der Ankauf von Steuersünder-Daten hat dem Land bislang 381 Millionen Euro eingebracht. (Themenbild)

In Niedersachsen haben sich erneut weniger Menschen wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt. Im ersten Halbjahr waren es 341 Personen, wie Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am Mittwoch mitteilte. In den Vorjahreszeiträumen 2018 hatten sich demnach noch 471, 2017 noch 601 Steuersünder zur Flucht nach vorn entschieden. Nach der Verschärfung der rechtlichen Anforderungen an Selbstanzeigen im Jahr 2015 sei eine rückläufige Entwicklung zu erwarten gewesen, so Hilbers. Diese habe "nachdrücklich gewirkt und bei vielen ein Umdenken bewirkt, die dann den Weg zurück in die Steuerehrlichkeit gewählt haben".

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381 Millionen Euro durch Steuer-CDs eingenommen

Die Auswertung steuerrelevanter Datenträger wie sogenannter Steuer-CDs ist in Niedersachsen inzwischen nahezu abgeschlossen, heißt es aus dem Ministerium. Die Einnahmen des Landes mithilfe von Datenankäufen aus der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein betrugen seit 2008 demnach insgesamt rund 381 Millionen Euro. Hierzu wurden in Niedersachsen mehr als 14.400 Vorgänge bearbeitet, von denen mehr als die Hälfte aus Selbstanzeigen resultierten, wie Hilbers sagte. Das Gros der Einnahmen in Höhe von 284 Millionen Euro sei im Zusammenhang mit Kapitalanlagen in der Schweiz zustande gekommen.

Seinerzeit 900.000 Euro in Steuer-CDs investiert

Das Land hatte sich seinerzeit mit rund 900.000 Euro an den Datenankäufen beteiligt. Die steuerstrafrechtlichen Ermittlungen dazu seien zu 99 Prozent (Schweiz und Luxemburg) beziehungsweise zu 97 Prozent (Liechtenstein) abgeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.07.2019 | 13:00 Uhr