Stand: 04.04.2019 06:41 Uhr

Stellenabbau bei Nord/LB massiver als geplant

Seit Monaten wird gerätselt, was aus der angeschlagenen Nord/LB wird. Wegen fauler Schiffskredite müssen das Land Niedersachsen und die deutschen Sparkassen die Landesbank mit milliardenschweren Hilfen stützen. Gleichzeitig soll die Bank kleiner und regionaler werden und ein neues Geschäftsmodell bekommen. Und nun ist klar: Dieser Umbau wird rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze kosten. Dies sagte Niedersachsens Finanzminister und Nord/LB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers (CDU) gestern in Hannover.

Keine Schiffskredite mehr

Am Ende aller Sparprogramme sollen von ursprünglich 5.500 Mitarbeitern bei der Nord/LB noch 3.250 übrig bleiben. An welchen Standorten die Arbeitsplätze wegfallen, ist laut Hilbers noch offen. Die Mitarbeiter sollen am Donnerstagnachmittag über Einzelheiten informiert werden. Außerdem will sich die Bank unter anderem von zu heiklen Geschäftsfeldern verabschieden: Von den riskanten Schiffskrediten, die die Landesbank tief in die roten Zahlen gedrückt hatten, will die Nord/LB zukünftig die Finger lassen. Der Lübecker Wirtschaftswissenschaftler Leef H. Dierks hält dies für überfällig und "absolut richtig". Das sagte er NDR Niedersachsen 18 Uhr.

Heute stellt die Landesbank ihre Bilanz für 2018 vor - voraussichtlich mit einem Rekordverlust von rund zwei Milliarden Euro.

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Aktuell | 04.04.2019 | 06:00 Uhr

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