Ein Mann steht mit einem Mundschutz am Fenster © Colourbox

Städtetag fordert Bürger zur Quarantäne-Einhaltung auf

Stand: 10.11.2020 13:09 Uhr

Angesichts weiter steigender Corona-Fallzahlen hat sich der Städtetag mit einem eindringlichen Appell zu Wort gemeldet. Betroffene und Kontaktpersonen sollen die Quarantäne-Auflagen einhalten.

"Um Corona wieder einzudämmen, bleibt es ganz zentral, dass Kontaktpersonen von Infizierten die Quarantäne einhalten", sagte Städtetag-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Immer wieder werden Menschen in Quarantäne auch nach wenigen Tagen selbst positiv auf Corona getestet. In Isolation können sie das Virus nicht mehr weiter verbreiten. Das hilft beim Kampf gegen die Pandemie." Nach seinen Angaben halten "die allermeisten Menschen" die angeordnete Quarantäne ein. "Und die Städte kontrollieren da, wo es nötig ist."

"Niemand muss auf Anruf warten, um in Quarantäne zu gehen"

Dedy appellierte an die Eigenverantwortung der Bürger, weil immer mehr Gesundheitsämter angesichts der hohen Infektionszahlen überfordert seien. Bürger sollten sich bei einem Verdacht auf Corona oder einem positiven Testergebnis sofort selbst in Quarantäne begeben. Niemand müsse dafür auf den Anruf vom Gesundheitsamt warten. So können unnötige Infektionen verhindert und die Gesundheit anderer geschützt werden.

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Landsberg "Auf Vorschriften-Dschungel verzichten"

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) forderte unterdessen einheitliche Quarantäne-Regeln: "Damit die Pandemie nicht gänzlich aus dem Ruder läuft, brauchen wir die dauerhafte und nachhaltige Akzeptanz der Menschen. Dafür ist es unverzichtbar, dass wir auf einen Dschungel unterschiedlicher Vorschriften so weit wie möglich verzichten", sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Gespräch mit der NOZ. "Wir appellieren daher an die Länder, von besonderen Ausnahmefällen abgesehen, einheitliche Vorschriften zu erlassen." Das gelte für die Quarantäne-Auflagen ebenso wie für eine Maskenpflicht in allen Innenstädten, möglichst einheitliche Bußgelder, aber auch für die Zahl der Teilnehmer an Veranstaltungen, die noch stattfinden dürften.

Leugnern keine Angriffsflächen bieten

"Unterschiedliche Maßnahmen sind auch immer ein zusätzlicher Angriffspunkt für weitere gerichtliche Klagen von Corona-Leugnern", warnte Landsberg. Zwar habe sich der Föderalismus in der Pandemiebekämpfung bislang bewährt. "Doch nachdem wir jetzt ein flächendeckend steigendes Infektionsgeschehen haben, sollten auch die Regeln einheitlicher sein."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.11.2020 | 13:30 Uhr

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