Ein Arzt misst den Blutdruck eines Patienten. © picture alliance Foto: Christin Klose

Staatsanwaltschaft: Hausarzt hat niemanden angesteckt

Stand: 09.04.2021 15:01 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat einen Hausarzt aus dem Kreis Vechta weitgehend rehabilitiert. Ihm war vorgeworfen worden, gegen Hygieneregeln verstoßen und Patienten mit dem Coronavirus infiziert zu haben.

Jetzt stellt sich heraus: Dafür gibt es bislang keine Hinweise. "Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen kann eine Infektion von Patientinnen und Patienten durch den Beschuldigten wohl ausgeschlossen werden", sagte am Freitag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Abgeschlossen sei das Ermittlungsverfahren aber noch nicht. Derzeit werde geprüft, ob die Voraussetzungen eines strafbaren Versuchs erfüllt seien. Die Ermittlungen waren wegen eines Anfangsverdachts der versuchten beziehungsweise vollendeten Körperverletzung aufgenommen worden.

Einschätzung des Krisenstabs widerlegt

Der Arzt aus dem Landkreis Vechta sollte nach Einschätzung des niedersächsischen Corona-Krisenstabs mit seinem Verhalten unter anderem dazu beigetragen haben, dass Anfang Februar der Inzidenzwert im Landkreis auf mehr als 200 angestiegen war. Krisenstabsleiter Heiger Scholz sprach seinerzeit von einem besonders peinlichen Fall. Die Vize-Chefin des Krisenstabs, Claudia Schröder, hatte dem Mediziner vorgeworfen, zu den Corona-Leugnern zu gehören, was vom Arzt bestritten wurde.

Videos
Zwei Pakete mit der Aufschrift "Sputnik V".
2 Min

Corona kompakt: Diskussion um Sputnik V

Niedersachsen wird vorerst keinen russischen Impfstoff bestellen. Außerdem: Neue Testzentren in Hannover. (08.04.21) 2 Min

Arzt spricht von übler Nachrede

Der Landkreis hatte die Praxis Ende Januar vorübergehend geschlossen, offizieller Grund waren Hygienemängel. Der Vorwurf lautete, der Mediziner habe seine Patientinnen und Patienten weiter behandelt, obwohl er selbst Corona-Symptome hatte. Bei den Behandlungen habe er zudem nicht immer eine Maske getragen. Der Arzt hatte die Vorwürfe als falsch und unwahr zurückgewiesen. Allenfalls zwei Corona-Fälle hätten auf ihn und seine Praxis zurückgeführt werden können. Die hohen Infektionszahlen im Landkreis Vechta seien damit auf keinen Fall zu erklären. Der Hausarzt hatte seinerzeit dem Gesundheitsamt, der Kreisverwaltung und den Vertretern des Landes üble Nachrede vorgeworfen, die ein existenzielles Ausmaß erreicht habe.

Weitere Informationen
Ärztliche Untersuchung © dpa/picture-alliance Foto: Novastock

Missachtung der Corona-Regeln: Ermittlungen gegen Hausarzt

Der Mediziner soll trotz Symptomen weiter Patienten behandelt haben. Er bezeichnet die Vorwürfe als "unwahr". (16.02.2021) mehr

Ein Arzt hört in einem Krankenhaus einen Patienten ab. (Themenbild)  Foto: Philipp von Ditfurth

Corona in Vechta: Hausarzt behandelt trotz Symptomen weiter

Der infizierte Mediziner soll mehr als 200 Patienten betreut haben. Diese werden jetzt vom Gesundheitsamt untersucht. (11.02.21) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 09.04.2021 | 13:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ein Schild weist das Impfzentrum am Messegelände von Hannover aus. © picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Erstimpfung: Lange Wartelisten - Land beschwichtigt

Niedersachsens Gesundheitsministerium rechnet nur mit wenigen Absagen. Kommunen erwarten aber immer längere Wartelisten. mehr