Stand: 15.07.2020 20:57 Uhr

Sommerferien: Ein ungewöhnliches Schuljahr endet

Ein Junge läuft in einem Klassenzimmer vor einer Tafel mit der Aufschrift "Schöne Ferien". © picture-alliance/dpa Foto: Armin Weigel
Heute beginnen offiziell die Sommerferien für 820.000 Schüler in Niedersachsen - manche hatten ihren letzten Schultag schon vor ein paar Tagen. (Themenbild)

Nichts ist normal in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Schulhalbjahr - auch nicht das Ende. In Niedersachsen starten heute rund 820.000 Schülerinnen und Schüler auf ungewöhnliche Weise in die Sommerferien. Anstatt der üblichen Zeugnisübergabe am letzten Schultag haben die Schulen bereits in den vergangenen Tagen häppchenweise die Zeugnisse ausgehändigt - je nachdem, welche Klasse gerade im Präsenzunterricht war. Auch für die Abschlussklassen ist dieses Jahr alles anders: Anstatt bei einer großen Feier in der Aula nehmen sie die Zeugnisse auf dem Schulhof oder in der Turnhalle entgegen - alles mit Abstand, versteht sich.

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Ein außergewöhnliches Halbjahr

Anders als sonst dürfte auch die Freude auf die Sommerferien nicht ganz so riesig sein wie in anderen Schuljahren. Schließlich war das Schuljahr ab Mitte März zunächst geprägt von freien Tagen, dann von Homeschooling und schließlich von tageweisem Präsenzunterricht. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht von einer nie da gewesenen Lage. Dafür sei das Krisenmanagement von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) akzeptabel, sagte GEW-Landeschefin Laura Pooth. Das behutsame Wiederhochfahren des Unterrichts sei gut durchdacht gewesen.

"Marode Gebäude und zu wenig Personal"

Allerdings zeige Corona, wo die Probleme liegen: Die Schulen litten unter maroden Gebäuden und zu wenig Personal, sagte Pooth. Auch der Schulleitungsverband verweist auf viele Probleme in der Krise, sagt aber auch: Schulen und Politik hätten in diesem "pandemischen Albtraum" das Beste gegeben.

Drei Szenarien für kommendes Schuljahr

Für das neue Schuljahr hat das Kultusministerium drei Szenarien entworfen. Bleibt die Infektionslage landesweit stabil niedrig, ist ein eingeschränkter Regelbetrieb vorgesehen. Steigen die Zahlen, soll wie zuletzt ein Unterricht im Wechselmodell mit halben Klassen erfolgen. Im Falle eines hohen Infektionsgeschehens würden erneut die Schulen geschlossen, die Schüler müssten den Unterrichtsstoff dann wieder zu Hause erarbeiten. Kultusminister Tonne ging zuletzt jedoch davon aus, dass die Schulen im eingeschränkten Regelbetrieb starten können. Das Land will zusammen mit dem Landesgesundheitsamt die Infektionslage vier sowie zwei Wochen vor Schulstart analysieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.07.2020 | 08:00 Uhr

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