Stand: 01.01.2018 16:58 Uhr

Silvester: Einsatzkräfte mit Raketen attackiert

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Polizei und Feuerwehr haben eine anstrengende Nacht hinter sich, doch sie verlief ruhiger als befürchtet.

Die Bilanz von Feuerwehr und Polizei in Niedersachsen fällt durchwachsen aus: Einerseits sei es für Silvester vergleichsweise ruhig gewesen, heißt es aus vielen Städten. Andererseits bedeutet auch eine "ruhige" Silvesternacht noch zahlreiche Einsätze wegen Bränden und Verletzungen. Im Landkreis Aurich hatte die Polizei es zudem mit mehreren Schlägereien zu tun. Darüber hinaus wurden Einsatzkräfte, wie schon bei vergangenen Jahreswechseln, mit Böllern und Raketen beschossen.

Freiwilligen angegriffen: "Völlig unverständlich"

In Wolfsburg flog eine Silvesterrakete auf einen Feuerwehrmann - er sei "mutmaßlich gezielt" attackiert worden, teilte die Polizei mit. Der 37-Jährige sei im Stadtteil Vorsfelde mit Löscharbeiten an einem Balkon beschäftigt gewesen, als neben ihm eine Rakete explodierte. Der Feuerwehrmann blieb unverletzt. Es sei "völlig unverständlich, warum die Feuerwehrkameraden, die allesamt ehrenamtlich tätig sind, offenbar mit Knallern beschossen wurden", so die Polizei. Auch in Göttingen wurden Einsatzkräfte nach Polizeiangaben bei Löscharbeiten mit Raketen beschossen. Die Feuerwehr Hannover beklagt, dass ihre Fahrzeuge auf dem Weg zum Einsatz mit Böllern und Raketen beworfen wurden. Eines der Fahrzeuge sei von einer Flasche getroffen und beschädigt worden.

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Einfamilienhaus brennt: 100.000 Euro Schaden

63 Feuer wurden in der Nacht in Hannover gemeldet. Neben kleineren Bränden in Mülltonnen und Gartenhecken, die durch Böller ausgelöst wurden, gingen auch zwei Autos sowie eine Garage in Flammen auf. In Bemerode entstand ein geschätzter Schaden in Höhe von rund 100.000 Euro, als Flammen von einem brennenden Auto auf ein Einfamilienhaus übergriffen.

22-Jähriger in Lebensgefahr

Folgenschwer waren die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel bei einer privaten Feier in Löningen im Oldenburger Münsterland: Ein 22-Jähriger wurde durch die Explosion eines Böllers lebensgefährlich verletzt. Nach Angaben der Polizei zog sich der Mann beim Versuch, den Knallkörper zu zünden, schwerste Verletzungen im Gesicht zu. Die Polizei ermittelt, dabei stehe die Herkunft des Böllers im Mittelpunkt. In Hannover wurden zwei Kinder von explodierenden Knallern verletzt. Besonders schlimm habe es eine Neunjährige getroffen, die mit schweren Gesichtsverletzungen in eine Klinik kam, sagte eine Polizeisprecherin.

Pkw kollidiert mit Pferd

Im Landkreis Oldenburg verursachte ein offenbar durch Böller aufgeschrecktes Pferd einen schweren Verkehrsunfall. Das Pferd riss aus und rannte gegen 1 Uhr bei Großenkneten auf die Bundesstraße 213, wie die Polizei Delmenhorst NDR.de bestätigte. Ein Autofahrer konnte nicht mehr ausweichen, prallte mit seinem Wagen frontal in das Tier und im Anschluss gegen einen Baum. Der Fahrer wurde in seinem Wagen eingeklemmt. Nach der Befreiung durch die Feuerwehr wurde der schwer verletzte Mann in ein Krankenhaus gebracht. Das Pferd starb noch an der Unfallstelle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.01.2018 | 11:30 Uhr

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