Stand: 16.10.2019 17:48 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Schwere Schäden nach Unwetter in Niedersachsen

Die Weser an der Schleuse Hameln ist stark durch Schlamm verschmutzt. © NDR Foto: Wilhelm Purk
Das Unwetter hat in Niedersachsen für Chaos gesorgt. In der Weser bei Hameln sammelt sich Schlamm aus der Umgebung.

Der goldene Oktober hat sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch krachend aus Niedersachsen verabschiedet. Schwere Unwetter mit Starkregen haben für überflutete Straßen, voll gelaufene Keller, umgeknickte Bäume und Verkehrsunfälle gesorgt. Dramatische Folgen hatten die Regenfälle in Stuhr im Landkreis Diepholz. Dort wurde das Flachdach einer Produktionshalle überflutet und dadurch instabil. Das Gebäude wurde evakuiert, nachdem ein Mitarbeiter die Gefahr erkannt hatte.

VIDEO: Aufräumarbeiten nach Starkregen (3 Min)

Feuerwehr und Polizei von Wassermassen ausgebremst

Allein in der Region Hannover rückte die Feuerwehr zu mehr als 300 Einsätzen aus. Auch blieben die Rettungskräfte selbst nicht von Problemen verschont. In Springe fuhr ein Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr auf dem Weg zu einem Einsatz über einen offenen Kanalschacht. Der Gullideckel war laut Polizei von den Wassermassen hochgedrückt worden. Durch den Aufprall lösten alle Airbags in dem Wagen aus. Der 32-Jährige wurde leicht verletzt. In der Landeshauptstadt erging es zwei Polizisten kaum besser: Sie blieben auf einer überschwemmten Straße mit ihrem Pkw liegen und mussten auf die Rettung durch einen Abschleppdienst warten.

Bäume umgeknickt, Bundesstraße überflutet

Bei Wietze im Landkreis Celle knickten Bäume um. Im Weserbergland gab es durch Wasser und Schlamm auf den Straßen zahlreiche Unfälle. In Boffzen im Landkreis Holzminden stand eine Bundesstraße 40 Zentimeter unter Wasser, die Feuerwehr war dort zehn Stunden im Einsatz. Die Feuerwehr und die Straßenmeisterei konnten die Straße am frühen Morgen wieder freigeben.

Lkw kommt von der Fahrbahn ab

Auf der Bundestraße 217 in Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) sorgten Schlamm, Matsch und Wasser dafür, dass ein Lkw-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und in die Leitplanke fuhr. Der Fahrer wurde nicht verletzt, die B217 wurde in Richtung Hameln allerdings gesperrt. Am Mittwoch teilte die Polizei mit, dass die Reinigung schwieriger sei als zunächst angenommen. Eine Spezialfirma sei dabei, die Fahrbahn porentief zu reinigen. Die Sperrung in Richtung Hameln sollte demnach bis in die Abendstunden andauern. Auch die Gegenfahrbahn werde nachgereinigt - Autofahrer müssten mit Behinderungen rechnen.

Auch in anderen Teilen Norddeutschlands verursachten die Starkregenfälle Probleme. In Hamburg stand das Wasser auf einigen Straßen bis zu 20 Zentimeter hoch.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.10.2019 | 12:00 Uhr

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