Stand: 12.06.2018 15:52 Uhr

Schweinepest: Landesregierung ändert Jagdgesetz

Die Afrikanische Schweinepest droht auch Niedersachsen. Übertragen wird die Seuche durch Schwarzwild. Für den Fall des Ausbruchs will das Land vorbereitet sein: Das Gesetz wird geändert, um Wildschweine leichter schießen zu können. Am Dienstag hat die Landesregierung nach eigenen Angaben einen entsprechenden Änderungsentwurf zum Niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG) zur Verbandsbeteiligung freigegeben.

Schießen aus dem Auto erlaubt

Die Änderungen sehen vor, dass Jäger im Ernstfall auch aus dem Auto auf Wildschweine schießen dürfen. So können sie schneller reagieren, wenn Tiere gesichtet werden. Zudem will das Land den Schutz der Muttertiere aufheben. Ein weiterer Punkt: Hunde müssen bei Drückjagden nicht mehr an der Reviergrenze halt machen. Das soll schon vorsorglich gelten. Durch diese Änderungen wollen die Verantwortlichen erreichen, dass ganze Gebiete wildschweinfrei werden, damit sich die Schweinepest nicht ausbreitet.

Grüne beklagen Tabubruch

Kritik an den Plänen der Landesregierung kommt von der Opposition: Anstelle der Gesetzesnovelle solle lieber für mehr Hygiene in Massentierställen gesorgt werden. Den massiven Abschuss von Wildschweinen zu fordern, sei reiner Aktionismus, sagte Miriam Staudte, Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen, dem NDR. Auch Muttertiere zum Abschuss freizugeben, sei ein Tabubruch.

Landesjägerschaft begrüßt Ausweitung der Jagdmöglichkeiten

"Wir können bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest nicht auf eine zeitaufwendige Änderung des Gesetzes warten", sagte Helmut Dammann-Tamke (CDU), Präsident der Landesjägerschaft. "Von daher begrüßen wir den vom Kabinett freigegebenen Ermächtigungskatalog mit den entsprechenden Instrumentarien." Bei einem Ausbruch der Schweinepest müsse die Eingrenzung der Seuche oberste Priorität haben - auch, wenn das notfalls den Abschuss eines Muttertieres bedeute.

Landwirten drohen große Schäden

Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine verläuft sie meist tödlich. Landwirten und Händlern drohen massive Schäden, wenn sich der Erreger auf Viehbestände überträgt.

Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 12.06.2018 | 14:00 Uhr

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