Stand: 13.03.2020 16:12 Uhr

Schulen und Kitas zu - viele Fragen offen

Niedersachsens Schulen bleiben fünf Wochen lang geschlossen. Mit der Maßnahme will die Landesregierung die weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sind alle rund 3.000 Schulen in Niedersachsen nach derzeitigem Stand bis zum 18. April zu - einschließlich die in freier Trägerschaft. Auch alle Horte und Kindertagesstätten bleiben geschlossen. Nach Angaben von Tonne soll es allerdings eine Notbetreuung geben. Diese gelte "bis maximal Schuljahrgang 8", so der Minister.

Wer kann die Notbetreuung in Anspruch nehmen?

Angeboten werde die Betreuung für "Beschäftigte aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz", heißt es in einem Schreiben des Kultusministeriums. Auch besondere Härtefälle seien von der Verfügung, die Kinder zu Hause zu betreuen, ausgenommen, so das Ministerium. Als Beispiel werden eine drohende Kündigung oder Verdienstausfall genannt. Aber auch "zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge" werde eine Notbetreuung angeboten, steht in dem Schreiben. Welche Personen sich darauf berufen und die Betreuung in Anspruch nehmen können, ist unklar. Man könne aber davon ausgehen, dass kein Kind abgewiesen werde, das am Montagmorgen in der Schule erscheint, heißt es aus den Schulen.

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Jeweiliger Träger entscheidet über Kita-Betreuung

Auch rund um Betreuungsmöglichkeiten in Kindertagesstätten sind noch einige Fragen offen: Nach Angaben des Ministers können Notgruppen gebildet werden. Die Betreuung dort solle "in kleinen Gruppen stattfinden und auf das notwendige Maß begrenzt werden". Was "klein" bedeutet und wie viele Stunden das "notwendige Maß" umfasst, hat das Ministerium nicht weiter definiert. Die Entscheidung darüber liegt beim jeweiligen Träger der Einrichtung, er beschließt vor Ort, wie viele Kinder wie lange betreut werden können.

Schulleitung entscheidet, ob Lehrer kommen müssen

Laut Kultusministerium ist durch die Anordnung der Landesregierung der Unterrichtsbetrieb in Lerngruppen oder im Klassenverband in den Räumen der Schulen sowie Sport- und Schwimmhallen und anderen außerschulischen Lernorten ersatzlos gestrichen. Schulleiter, Lehrer und alle weiteren schulischen Landesbediensteten müssen demnach zwar in die Schule kommen, allerdings kann die Schulleitung entscheiden, ob sie ihre "außerunterrichtlichen Aufgaben" von zu Hause aus erledigen können.

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Situation ähnlich wie bei Streiks

Viele Schulleiter versuchen seit der Bekanntgabe der Entscheidung zu klären, mit wie vielen Schülern sie ungefähr am Montagmorgen rechnen müssen. Um dann zu kalkulieren, wie viele Lehrkräfte zur Betreuung eingesetzt werden müssen. Ähnlich wie bei einer Notbetreuung im Fall eines Streiks wird dennoch wohl vielerorts erst am Montag feststehen, wie viele Eltern davon Gebrauch machen.

Servicestellen für Fragen von Eltern und Lehrern

Vermutlich werden die vier Regionalabteilungen der Landesschulbehörde in den kommenden Tagen viele Fragen von Eltern und Schulen beantworten müssen. Alle vier haben Servicestellen eingerichtet, die jeweils per Telefon und Mail zu erreichen sind:

  • Regionalabteilung Braunschweig: 0531-484 33 33 und service-bs@nlschb.niedersachsen.de
  • Regionalabteilung Hannover: 0511-106 60 00 und service-h@nlschb.niedersachsen.de
  • Regionalabteilung Lüneburg: 04131-15 22 22 und service-lg@nlschb.niedersachsen.de
  • Regionalabteilung Osnabrück: 0541-77 04 64 44 und service-os@nlschb.niedersachsen.de

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.03.2020 | 15:00 Uhr

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