Ein Kind malt ein medizinisches Symbol auf ein Blatt Papier. © picture alliance/dpa

Schuleingangsuntersuchung: Kultusministerium unter Druck

Stand: 18.03.2021 12:06 Uhr

In vielen niedersächsischen Landkreisen sind die Schuleingangsuntersuchungen 2020 ausgefallen. In diesem Jahr wird es offenbar ähnlich laufen.

Das Personal für die Untersuchungen sei in vielen Kommunen für Aufgaben im Kampf gegen Corona eingespannt, teilte Ines Buchmann, Sprecherin des Kultusministeriums, am Donnerstag mit. "Die Eindämmung der Pandemie hat Priorität. Schuleingangsuntersuchungen können daher derzeit nicht überall durchgeführt werden." Im kommenden Sommer rechnet das Ministerium mit 75.000 Mädchen und Jungen, die eingeschult werden. Wie viele von ihnen ohne die gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung ihr erstes Schuljahr antreten, sei nicht bekannt. Das Landesgesundheitsamt wolle dies durch eine Abfrage in den Kommunen herausfinden.

GEW fordert Unterstützung durch Kinderärzte

Der Landeselternrat und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen wollen dies so nicht stehen lassen. "Wenn die verpflichtenden Schuleingangsuntersuchungen in den Gesundheitsämtern aufgrund der Überlastung nicht überall durchgeführt werden können, müssen die zuständigen Behörden umgehend Alternativen finden", sagte die GEW-Vorsitzende Laura Pooth. Sie schlägt vor, auf Kinderärztinnen und Kinderärzte zurückzugreifen, um schulrelevante Stärken und Schwächen zu ermitteln und bei Bedarf Fördermaßnahmen zu empfehlen.

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Landeselternrat besteht auf medizinischem Fachpersonal

Der Landeselternrat kritisierte, dass die Untersuchung teilweise in die Hände von nicht qualifiziertem Personal gelegt werde. "Hier fehlt die entsprechende medizinische Fachlichkeit. Keine Erzieherin, kein Erzieher kann oder darf Hör- und Sehprobleme diagnostizieren oder einen medizinisch begründeten Förderbedarf feststellen", hieß es vonseiten der Interessenvertretung. Zudem wäre die Einschätzung der Kinder aus pädagogischer Sicht derzeit ohnehin schwierig, wie es weiter heißt, da viele von ihnen wochenlang nicht in den Einrichtungen gewesen sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.03.2021 | 12:00 Uhr

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