Schulbetrieb nach den Ferien: Verbände fordern Maßnahmen

Stand: 23.06.2021 11:04 Uhr

Lehrerverbände fordern von Niedersachsens Kultusminister konkrete Zusagen, wie der Präsenzunterricht nach den Sommerferien gesichert werden kann. Gefordert werden mehr Lehrkräfte und Lüftungsanlagen.

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VDR) erwartet, dass zügig die Erlasse und Verordnungen vorgelegt werden, die es braucht, um wieder regulären Unterricht anbieten zu können. "Die Schulen brauchen unbedingt Planungssicherheit", heißt es in einer Mitteilung als Reaktion auf die Ankündigungen von Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Der SPD-Politiker hatte am Dienstag erklärt, dass die Schulen in Niedersachsen nach den Ferien mit Präsenzunterricht in voller Klassenstärke starten sollen.

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Ein Schüler meldet sich im Unterricht. © picture alliance/dpa/Christoph Soeder

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VNL/VDL: Einstiegsphase ist nichts Neues

Dafür sollen Schulen mehr Freiheiten bekommen, damit sie den Schul- und Unterrichtsbetrieb individuell anpassen können. Um den Druck herauszunehmen, sollen etwa bis zum 24. September keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Der VNL/VDL begrüßt die sogenannte Einstiegsphase zu Beginn des Schuljahres zur Förderung des sozialen Interagierens und Lernens, relativiert aber auch: Es habe schließlich bereits in der Zeit vor der Pandemie solche Phasen gegeben. "Das Verbot von schriftlichen Leistungsüberprüfungen in den ersten drei Wochen ist im Prinzip unnötig, da in den ersten drei Wochen eines neuen Schuljahres allein schon aus schulorganisatorischen Gründen so oder so keine Klassenarbeiten geschrieben werden können", heißt es weiter.

GEW: Personalmangel an Schulen dramatisch

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Kinder in einem Klassenzimmer.
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Vor allem aber fordert der Verband ausreichend Lehr- und Unterstützungspersonal für die Schulen. Als Beispiel nennt der VNL/VDL die Aussage Tonnes, wonach in den Fächern Mathe, Deutsch und in einer Fremdsprache Defizite ermittelt werden sollen, um sie auszugleichen. Doch dazu bedürfe es eben einer guten personellen Ausstattung, heißt es. "Wir sind gespannt, welche finanziellen Mittel das Kultusministerium den Schulen zusätzlich zur Verfügung stellen wird." Der Kultusminister sei in diesem Punkt bislang wenig konkret geworden. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) betont, dass der angestrebte Regelbetrieb nur möglich sei, wenn sofort in Personal, Ausstattung und Räumlichkeiten investiert werde. Dafür fehlten feste Zusagen. Nötig seien aber mindestens 750 Millionen Euro pro Jahr. "Schöne Worte reichen schon lange nicht mehr", sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Insbesondere an Haupt-, Real- und Oberschulen sowie an Berufsbildenden Schulen und Grundschulen dürfte der Personalmangel nach den Sommerferien dramatisch sein, auch ohne Corona.

Installation von Luftreinigungsanlagen gefordert

Schließlich erinnert der VNL/VDL daran, dass in Bezug vor allem auf neue Virus-Varianten weitere Maßnahmen getroffen werden müssten - wie die Installation von Luftreinigungsanlagen, die Organisation des Schülertransports im Winter und der weitere Ausbau der Digitalisierung. "Und zwar jetzt und nicht erst im Herbst oder Winter", heißt es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.06.2021 | 11:00 Uhr

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