Ein Polizeiwagen vor einem Haus. © NonstopNews

Schlag gegen Schleuser - drei Festnahmen in Niedersachsen

Stand: 19.01.2021 11:36 Uhr

Bei einem Schlag gegen eine international agierende Schleuserbande haben Fahnder bundesweit sieben Verdächtige festgenommen. In Osnabrück, Twistringen und Salzgitter kam je eine Person in Haft.

Bei den in Niedersachsen gefassten mutmaßlichen Schleusern handelt es sich laut der zuständigen Staatsanwaltschaft in Kempten (Allgäu) um Fahrer und Berater des Kopfes der Bande. Gegen die sieben Personen lagen Haftbefehle vor. Bei dem bundesweiten Einsatz am frühen Dienstagmorgen durchsuchten mehr als 400 Beamte elf Objekte in Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Dabei stellten sie umfangreiches Beweismittel sicher, darunter Mobiltelefone.

140 Menschen über "Balkanroute" geschleust

Der Bande wird vorgeworfen, seit April 2019 140 Menschen gegen hohe Geldbeträge über die sogenannte Balkanroute geschleust zu haben. Dabei sollen die Täter "überaus planvoll und sehr professionell" vorgegangen sein. Sie hätten sogenannte Scouts vorgeschickt, die die Autobahnen auf mögliche Polizeikontrollen hin überprüft haben sollen. Der Bandenchef habe die Menschen-Transporte per Mobiltelefon aus der Ferne überwacht. Die Ermittlungen richten sich demnach bislang gegen 19 Beschuldigte im Alter zwischen 21 und 44 Jahren.

Razzia ging internationale Ermittlungs-Kooperation voraus

Die Bundespolizei kam den Schleusern nach Angaben der Ermittlungsbehörden im August 2019 nach der Festnahme eines Fahrers der Bande bei Füssen in Bayern auf die Schliche. Weitere Ermittlungen hätten im Dezember zur Festnahme des Bandenchefs und nun zur Razzia geführt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hätten im Vorfeld der Aktion Ermittler aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, den Niederlanden, Belgien und Fahnder von Europol kooperiert. Federführend sei die sechsköpfige Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Kempten zur Bekämpfung der internationalen Schleuserkriminalität, das sogenannte Traunsteiner Modell. Die Spezialabteilung zur Bekämpfung von internationaler Schleuserkriminalität, Drogen- und Waffenhandel arbeitet eng mit ausländischen Justiz- und Polizeibehörden zusammen.

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