Stand: 10.02.2020 21:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

"Sabine": Der Sturm geht - jetzt kommt die Flut

Hohe Wellen schlagen an den Strand von Wangerooge und nehmen den Sand mit.

Durchatmen nach dem Sturm: Tief "Sabine" ist über Niedersachsen hinweggefegt, hat aber vergleichsweise wenig Schaden angerichtet. Eine Ausnahme: Wangerooge. Der Strand der Insel wurde stark beschädigt. Die Abbruchkante sei teilweise bis zu zwei Meter hoch und erstrecke sich am Hauptstrand über eine Länge von etwa einem Kilometer, sagte am Montag der stellvertretende Ratsvorsitzende der Insel, Peter Kuchenbuch-Hanken (Grüne). Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos) sagte, der Scheitelpunkt der Flut sei höher gewesen als vorausberechnet. "Wenn das drei Tage so anhält, dann werden wir vielleicht nachher gar keinen Strand mehr haben."

Nach Sturmtief "Sabine" droht die Sturmflut

Hallo Niedersachsen -

Mit heftigen Böen hat Sturm "Sabine" gewütet. Züge und Flüge fielen aus und die Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Nach dem Sturmtief droht jetzt eine leichte Sturmflut.

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Fährverkehr eingeschränkt

Ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sagte, es würden nach der leichten Sturmflut am Montagmittag noch vier weitere bis Mittwoch erwartet. Auf der Internetseite des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie gibt es die aktuellen Warnungen. Der Fährverkehr zu den Inseln ist derzeit eingeschränkt. Sämtliche Verbindungen nach Wangerooge, Langeoog, Baltrum, Norderney und Juist werden am Dienstag voraussichtlich ausfallen. Insgesamt kam es wegen "Sabine" in Niedersachsen zu etwa 1.000 Polizeieinsätzen - vor allem durch umgestürzte Bäume.

Bahnverkehr läuft wieder - weiter Behinderungen

Die Bahnen rollten am Montag wieder, nachdem der Verkehr am Sonntagabend komplett zum Erliegen gekommen war. Die Deutsche Bahn hatte etwa am Hauptbahnhof Hannover Übernachtungszüge bereitgestellt, die von 110 gestrandeten Fahrgästen genutzt wurden. Essenspakete, Zahnbürsten und Decken wurden bereitgestellt. Inzwischen fahren die Züge in Nord- und Mitteldeutschland wieder, allerdings noch mit Einschränkungen und Verspätungen. Auch DB Regio und Unternehmen wie Metronom, Erixx und Nordwestbahn haben den Betrieb am Morgen wieder aufgenommen. Auch dort komme es vorerst noch zu Behinderungen.

"War schon ein großer Sturm"

Nicht nur Bahnfahrer, auch Autofahrer hatten mit "Sabine" zu kämpfen. Auf der A29 wurde ein Lkw mit Anhänger durch den Wind auf der Brücke über die Hunte umgerissen. Das Fahrzeug lag quer auf der Fahrbahn, der Fahrer wurde laut Polizei verletzt. Der Lkw habe dem Wind viel Angriffsfläche geboten, so ein Sprecher. Wegen Sturmschäden gesperrt war in der kompletten Nacht und am Morgen die A7 zwischen Hildesheim und dem Dreieck Salzgitter. "Das war schon ein großer Sturm für uns", sagte ein Sprecher der Autobahnmeisterei. Mithilfe von Kettensägen entfernten Straßenmeister einige umgestürzte Bäume. Die A1 und A39 mussten zur Räumung kurzfristig gesperrt werden.

"Gefahr für Leib und Leben": Wälder nicht betreten

Zwar hat sich die Lage mittlerweile etwas beruhigt, doch die Wälder im Land sollten weiter gemieden werden. Für den Harz rät die Nationalparkverwaltung dringend von einem Besuch der Wälder ab. Es bestehe weiterhin "akute Gefahr für Leib und Leben" durch herabstürzende Äste und Bäume, sagte ein Sprecher. Am Montagmorgen hatten Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes am Brocken noch Windgeschwindigkeiten von 177 Kilometern pro Stunde gemessen. Auch die Niedersächsischen Landesforsten raten auf ihrer Internetseite davon ab, Wälder zu betreten, bevor die Schadensaufnahme beendet ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.02.2020 | 16:00 Uhr

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