(v.l.n.r.) Andreas Feicht (CDU), Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie sprechen mit den auf dem Bildschirm zugeschalteten Ministern Olaf Lies (SPD), Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, und Andreas Pinkwart (FDP), Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, bei einer Pressekonferenz zum Runden Tisch zur Windkraft. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd von Jutrczenka

Runder Tisch fordert weitere Förderung für alte Windräder

Stand: 14.10.2020 14:42 Uhr

Vertreter von Bund, Ländern und Energiewirtschaft wollen das Potenzial von älteren Windkraftanlagen gezielt weiter nutzen. Das ist das Ergebnis eines Runden Tisches per Videoschalte.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kündigte nach den Gesprächen an, bis zum Jahresende eine Lösung für Windkraftanlagen erreichen zu wollen, die ab 2021 nicht mehr subventioniert werden. Es gehe darum, die Ausbauziele für 2030 zu erreichen, sagte Altmaier. Ein Schwerpunkt solle in dem sogenannten Repowering liegen, bei dem alte durch neue und leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden. Es müsse geprüft werden, welche rechtlichen Erleichterungen für "ausgeförderte Anlagen" möglich seien, so der Minister. Notwendige Änderungen würden in die derzeit geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einfließen.

Abbau von 16 Gigawatt Windkraftleistung droht

Zum 1. Januar 2021 fallen erstmals Anlagen aus der 20-jährigen Förderdauer des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) heraus. Experten gehen davon aus, dass ein wirtschaftlicher Betrieb dieser Anlagen danach nicht mehr möglich ist, obwohl mehr Energie aus regenerativen Trägern benötigt wird, um die angepeilten Klimaziele zu erreichen. Die Windkraftbranche befürchtet einen Abbau von bis zu 16 Gigawatt Windkraftleistung bis 2025, wenn nicht gehandelt wird. Bei einem Zubau von zuletzt nur noch noch 1 bis 1,5 Gigawatt pro Jahr hätte Deutschland dann nicht mehr, sondern weniger Ökostrom.

Lies will schnellere Verfahren

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte sich bereits vor dem Runden Tisch für eine gezielte Förderung älterer Windkraftanlagen ausgesprochen. "Wenn wir Klimaschutz wollen, kann es nicht sein, dass in den nächsten fünf Jahren bundesweit 16 Gigawatt aus der Förderung fallen, davon vier Gigawatt allein in Niedersachsen", betonte Lies. Die Anstrengungen für schnellere Verfahren auch für nachgerüstete Windparks dürften daher nicht nachlassen. Niedersachsen ist gemessen an der installierten Leistung wichtigster deutscher Windkraft-Standort.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.10.2020 | 16:00 Uhr

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