Stand: 29.08.2020 08:38 Uhr

Reifes Obst: Pflückerlaubnis per "Gelbem Band"

Viele Äpfel. © picture alliance/Bernd Wüstneck/dpa Foto: Bernd Wüstneck
Mit dem Projekt "Gelbes Band" soll die Wertschätzung für heimisches Obst gesteigert werden. (Themenbild)

Die Früchte sind reif - aber verkümmern auf und unter dem Baum: Auch in Niedersachsen ist das leider keine Seltenheit. Das Landeszentrum für Ernährung und Hauswirtschaft (ZEHN) will das ändern. Die in Oldenburg angesiedelte Institution hat dafür das Projekt "Gelbes Band" initiiert. Obstbaumbesitzer, die ihre Bäume oder Sträucher nicht selbst abernten, sollen diese anbringen und so signalisieren, dass jeder die Früchte für den Eigenbedarf ernten darf. Ziel der Aktion: mehr Wertschätzung für Lebensmittel, teilt das Ernährungsministerium mit.

Übersicht auf Webseite

Wo geerntet werden darf, soll neben sichtbaren gelben Bändern am Baumstamm auch über das Internet ersichtlich sein: Ab September soll auf der ZEHN-Webseite eine Übersicht aller Obstbäume und Flächen veröffentlicht werden, die aufzeigt, wo geerntet werden darf. Das Landeszentrum für Ernährung setzt dabei auf die Mithilfe der Obstbaumbesitzer. Diese sollen sich dafür online anmelden. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0441) 80 15 76. Vorbild für die Aktion ist ein Ernteprojekt, das im Jahr 2019 in Baden-Württemberg erprobt und in diesem Jahr als vorbildhaftes Projekt gegen Lebensmittelverschwendung ausgezeichnet wurde.

Appell von Otte-Kinast

ZEHN-Leiterin Rike Bullwinkel geht davon aus, dass durch die Aktion nicht nur weniger heimisches Obst verdirbt, sondern dass die Menschen auch einen anderen Bezug zu Äpfeln, Pflaumen und Co. bekommen. "Wer frisches Obst selbst erntet, lernt Lebensmittel neu wertzuschätzen", sagt Bullwinkel. Von einer "tollen Idee" spricht Ernährungsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Sie fordert Obstbaumbesitzer dazu auf, diese für andere zum Ernten frei zugeben und appelliert: "Helfen Sie mit, dass das Obst genutzt wird und nicht zu Abfall wird!"

Weitere Projekte in Niedersachsen geplant

Die Aktion ist Teil der bundesweiten Aktionswoche "Deutschland rettet Lebensmittel!". Diese wird erstmalig von Bund und Ländern organisiert und ist für den Zeitraum vom 22. bis 29. September geplant. Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen oder Verbände sollen damit ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Laut Ministerium sind in Niedersachsen weitere Aktionen geplant. Neben Infoständen und einem Malwettbewerb wird es auch dabei konkret: Damit Brot länger hält, verteilen die "Emder Brotretter*innen" selbst genähte Baumwollbeutel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 25.08.2020 | 17:00 Uhr

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