Eine Regenbogenflagge ist vor dem Osnabrücker Rathaus gehisst. © Stadt Osnabrück Foto: Silke Brickwedde

Regenbogenfahnen: Niedersachsen zeigt Flagge für Diversität

Stand: 23.06.2021 22:00 Uhr

Der Protest über die UEFA-Entscheidung gegen eine Regenbogen-Illumination der Münchener Fußballarena zum EM-Spiel gegen Ungarn reichte am Mittwoch bis nach Niedersachsen.

Ein Vorreiter der Aktion ist der Landkreis Aurich. Dort hatten Landrat Olaf Meinen (parteilos) und Krummhörns Bürgermeister Frank Baumann (SPD) beschlossen, mit Regenbogenfahnen an Verwaltungsgebäuden ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz zu setzen. Dutzende Städte und Gemeinden haben ihre Rathäuser beflaggt. Einige Kommunen hatten sich Regenbogenfahnen von den Organisatoren des Christopher-Street-Days ausgeliehen, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete. Auf der Insel Norderney haben die Bewohnerinnen und Bewohner eine Fahne der katholischen Kirchengemeinde gehisst.

Die Volkswagen Arena leuchtet in Regenbogen-Farben © VfL Wolfsburg
Die Volkswagen-Arena, Spielstätte von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg, erstrahlte ebenfalls in bunten Farben.
Hannover und Osnabrück beflaggen Rathäuser

Auch andere Kommunen wie Emden, Hannover und Osnabrück setzten ein Zeichen für Diversität. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sagte: "Wir zeigen Flagge! Für Vielfalt, für freie Selbstbestimmung und vor allem für Solidarität. Sport ist gesellschaftliche Teilhabe und damit für alle da." In Wilhelmshaven war die Diakonie mit dabei. In Wolfsburg hissten Stadtverwaltung und der VfL eine Beflaggung vor dem Rathaus, zudem erstrahlte das Stadion bunt. Auch andere Spielstätten wie die von Hannover 96, Eintracht Braunschweig und dem VfL Osnabrück leuchteten am Abend. Die Stadt Oldenburg wollte sich anfangs nicht beteiligen - ruderte aber am Mittag zurück und hisste doch eine Flagge vor dem Rathaus. In Hamburg strahlten das Stadion und die Elbphilharmonie bunt.

Weil fordert, sich Diskriminierung entgegenzustellen

Stephan Weil (SPD) begrüßte die Aktionen im Land. "Ich würde mir wünschen, dass auch die Fußballfans selbst dafür sorgen, dass es heute Abend richtig bunt wird. Im Münchener Stadion, aber gerne auch vielerorts in Niedersachsen auf den Balkonen, in den Biergärten und wo auch immer", sagte Niedersachsens Ministerpräsident vor dem Spiel. Homophobie sei insbesondere im Sport, aber auch in der Gesellschaft, immer noch ein Problem. Deshalb seien alle gemeinsam gefordert, sich auch im Alltag und in der Politik jeglicher Form der Ausgrenzung und Diskriminierung entgegenzustellen.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Oldenburg | 23.06.2021 | 15:00 Uhr

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