Eine Landwirtin nimmt ein Stück trockene Erde in die Hände. © picture alliance Foto: Kirchner-Media

Regen im Frühling gleicht Grundwasserdefizit nicht aus

Stand: 28.06.2021 10:26 Uhr

In vielen Regionen Niedersachsens sind die Wasservorräte weiter zu gering. Der Regen der vergangenen Wochen ist laut Landwirtschaftskammer nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.

"Die Defizite der letzten Jahre sind noch lange nicht ausgeglichen", sagte Ekkehard Fricke, Experte der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. Gerade in den Bereichen, in denen es sehr gute und damit sehr speicherfähige Böden gebe, habe sich deutlich weniger Grundwasser gebildet. Im Untergrund - in etwa 1,80 Metern Tiefe - sei noch kein Regenwasser angekommen. In den trockenen Jahren 2018, 2019 und 2020 sei das im Boden enthaltene Wasser von den Pflanzen aufgenommen worden. "Langfristig fehlt uns Wasser im Untergrund", so Fricke.

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Im Mai erstmals wieder ausreichend Regen für Felder

Seinen Angaben zufolge ist im Frühjahr 2021 wieder mehr Regen gefallen. So habe es im Mai in den meisten Regionen genügend Wasser gegeben, um das Wachstum der Pflanzen zu garantieren, sagte Fricke. "Das ist natürlich super." Im vergangenen Jahr hätten Landwirte zu dieser Zeit das Wintergetreide auf manchen Flächen zwei- bis dreimal wässern müssen. Auch für die Diskussion um die Landwirtschaft sei es hilfreich, dass die Landwirte nicht schon wieder im Mai nach drei Trockenjahren beregnen mussten.

Neue Konzepte und Förderungen sollen Anpassung ermöglichen

Bereits im vergangenen Jahr stellte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) fest, dass die Grundwasserreserven immer knapper werden. Folgen sind Ernteausfälle, vertrocknete Felder, Probleme mit der Wasserversorgung, extrem tiefe Wasserstände bis hin zum Austrocknen und in den Wäldern das Absterben ganzer Baumarten. Laut Ministerium laufen neun Projekte von Wasser- und Bodenverbänden sowie Kommunen zu Klimaanpassungskonzepten. Außerdem werde derzeit eine Förderrichtlinie erarbeitet, die diese Finanzhilfe verstetigt. Sie solle zusätzlich die Förderung von Investitionen ermöglichen, um regional beziehungsweise landesweit die Wasserwirtschaft an den Klimawandel anzupassen. Die Richtlinie soll 2022 in Kraft treten.

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Aktuell | 28.06.2021 | 10:00 Uhr

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